Erfahrungen mit Holzschutzmitteln?

+A -A
Autor
Beitrag
Mechwerkandi
Inventar
#1 erstellt: 06. Jun 2023, 07:29
Wir sind auf der Suche nach einem geeigneten Holzschutzmittel für:
1) Wiederanstrich von Holzteilen an Gauben im Außenbereich, Untergrund Altanstrich, tlw. verwittert
2) Neuanstrich von Teilen für einen Holzzaun >> Pfosten, Bretter.

Früher hätten wir das Ganze mit Carbolineum behandelt, aber das Zoix gibts ja nicht mehr in der gewünschten Ausführung.
Was ist ein brauchbare Alternative in natur-braun?
Skaladesign
Inventar
#2 erstellt: 06. Jun 2023, 07:48
Hallo Andi
Das wirklich einzige was ich bei Altanstrichen empfehlen kann, ist folgendes:

inklusive Anwendungsvideo

Alle wasserlöslichen Lasuren, werden auf Dauer wieder abblättern, da die meisten auf Acrylbasis bestehen.
Das Adler Pullex beisst sich wirklich fest und ist für mein Fachwerk, das beste, was ich je hatte. Auch für den Laien sehr einfach zu verarbeiten.
Mechwerkandi
Inventar
#3 erstellt: 07. Jun 2023, 08:06
Fachwerk klingt schon mal gut, das liegt im gleichen Anwendungsbereich.
Hast Du das anschließend noch weiterbehandelt? Nach der Beschreibung handelt es sich ja um eine Grundierung, was auf die Haltbarkeit aber keine Einfluss haben sollte.
Thx 4 info!
Skaladesign
Inventar
#4 erstellt: 07. Jun 2023, 10:39
Hallo Andi

Grundsätzlich sei zu Holzschutzmitteln ( auf nichtmaßhaltigen Bauteilen ) mal gesagt, je mehr ich diese zulackiere, desto kontraproduktiver wird die ganze Beschichtung.
Irgendwann ist die Diffunsionsfähigkeit nicht mehr gegeben. Wasser läuft durch irgendwelche Risse, Astlöcher ins Holz hinein. Oder schlechter Konstruktiver Holzschutz lässt Wasser zwischen den Bauteilen eindringen, und kann nicht mehr entweichen. Dann ist die Zeit des Bauteils gezählt.
Auch der Farbton spielt eine große Rolle. Zu dunkel, heizt sich das Holz zu sehr auf, zu hell, zu wenig Pigmente, welche das Holz gegen UV schützen.

Für einen Neuaufbau alter Anstriche, ist der Renoviergrund das Beste , da auch ein biozieder Wirkstoff enthalten ist. Zur Nachbehandlung empfiehlt sich dann Pullex Color in gewünschter Farbe. klickst du hier
Zur Nachbehandlung dann auch wieder Pullex Color.

Da mein Fachwerk ja schwarz ist, reicht die Beschichtung mit Renoviergrund aus, ist halt eher ein wenig glänzender. Habe viele Jahre alles ausprobiert, was mir die Herren Vertreter so zugetragen haben und das einzige was länger hält ist halt der Renoviergrund, da blättert nix, auch bei liegenden Flächen nicht.

Als Erstbeschichtung, halte ich von den ganzen Lasuren gar nix. Es gibt von der Firma Rubio ein Hybrid Woodprotector in vielen Farben.
Zuerst einen dünnflüssigen Schutz gegen Pilz und Schädlinge Dann den Woodprotector einmal auftragen und feddich. Zur Nachbehandlung einfach ohne Anschleifen drüberwischen.

Der einzige Nachteil ist hier: Das Zeug ist Mega teuer, aber auch sehr ergiebig.

Tja und da gibt es natürlich noch eine Alternative. Nimmt man für outdoor das richtige Material, z.B. Lärchenholz, kann man auf Beschichtung verzichten.
Man lässt es einfach vergrauen, evtl dann zur besseren Haptik, Optik Tungöl drauf und fertig.

Es gibt natürlich auch die Spezis, welche auf Lärche dann eine Lasur auftragen. Denen kann man da auch nicht helfen
RoA
Inventar
#5 erstellt: 07. Jun 2023, 11:18
Vor ca. 15 (?) Jahren habe ich dieses Gerätehaus zusammengeschustert, Material Kiefer (?) unbehandelt und dann bepinselt mit Xyladecor. Früher, bis in die 80er war der Stoff so mit das Maß der Dinge, heute hat das mit der damaligen Rezeptur gar nichts mehr zu tun, es ist ein völlig anderes Produkt und damit die Mogelpackung des Jahrzehnts. Anyway, nach ca. 5 Jahren sieht das dann so aus:

20230601_111245

Beim ersten Mal hatte ich die Oberfläche noch abgeschliffen (eine Heiden-Arbeit), inzwischen belasse ich es beim Kärchern (s. linke Seite, bis auf ein paar Flecken ist die Lasur ab und das Holz somit ungeschützt). Die Front sollte weitgehend naturbelassen aussehen (auf dem Bild wirkt die Front viel dunkler als in natura, da das Holz da noch feucht war). Womit sollte ich da rübergehen?
Mechwerkandi
Inventar
#6 erstellt: 07. Jun 2023, 13:14

Skaladesign (Beitrag #4) schrieb:

Irgendwann ist die Diffunsionsfähigkeit nicht mehr gegeben.

Das Argument ist mir als technisch schaffendem Menschen nachvollziehbar. Diese (leider nicht mehr lieferbare) Carbolineum/Xylamon-Geschichte geht ja in die gleiche Richtung.
Als ich in den 70er Jahren in einem dörflichen Kfz-Werkstattbetrieb mein Taschengeld aufbesserte, wurde rohes Holz im Außenbereich (vorliegend: Böden und Wangen landwirtschaftlicher Anhänger) mit einem Gemisch aus Altöl und Diesel imprägniert.

Es scheint aber ja fast so, als wäre ich mit der Situation nicht allein auf der Welt.

Nachsatz:
Ich bekam inzwischen noch einen Tip von einem Malermeister, bemerkenswerterweise ebenfalls betr. der Fa. Adler/Pullex.
Er nutzt regelmäßig das Produkt "3in1 Holzschutz". Ist wohl recht teuer, aber haltbar.


[Beitrag von Mechwerkandi am 07. Jun 2023, 13:27 bearbeitet]
Skaladesign
Inventar
#7 erstellt: 07. Jun 2023, 13:55

Mechwerkandi (Beitrag #6) schrieb:

Es scheint aber ja fast so, als wäre ich mit der Situation nicht allein auf der Welt. ;)


Ja es ist wie bei fast allem Andi, Die Lackindustrie verspricht, weil die verkaufen will.
Ich habe mal ein Gespräch mit einem Lacktechniker von Dyrup Bondex geführt. Also so ein Gespräch unter Fachleuten. Er hat genau das bestätigt, was ich oben beschrieben habe.


Mechwerkandi (Beitrag #6) schrieb:
mit einem Gemisch aus Altöl und Diesel imprägniert.


Ja ein Öl ist die bessere Wahl, natürlich nicht aus Erdöl gemacht, sondern aus Pflanzenöl.
Hätte ROA sein Häuschen mit Tungöl behandelt wäre es heute noch schön und für eine neue "Pflegeölung" empfänglich. Kein Öl dringt so tief ein wie Tungöl, ca 20 % tiefer als Leinöl. Allerdings stinkt das reine Tungöl, ist aber für outdoor egal.

@ RoA
Die Kiste hast du klassisch mit Lasur versaut Die Lasur hat nicht gehalten und blättert ab, da das Harz spröde geworden ist. Ferner bedenkt auch keiner Folgendes: Profilhölzer aller Art sind Hobelware und die Fläche ist nicht geschliffen und einfach zu glatt um eine mechanische Verbindung mit der Lasur einzugehen. ( Kardinalfehler Nummer 1 macht allerdings fast Jeder im DIY ) Eigentlich ganz simpel


Nebenbei ist Kärchern ein absolutes Tabu.


Womit sollte ich da rübergehen?


Entweder du schleifst die Lasur runter ( was ja fast unmöglich ist ) und baust mit Öl neu auf. Oder du macht es mit Pullex wie in #2 verlinkt. Da musst du dich aber etwas vom Holzlook verabschieden.
RoA
Inventar
#8 erstellt: 07. Jun 2023, 17:24
Dann also Pullex.
Skaladesign
Inventar
#9 erstellt: 07. Jun 2023, 17:40
Wenn es mal fachgerecht werden soll, dann ja.

Ich kann Adler nur empfehlen, ist ein Traditionsunternehmen aus Österreich. Und was noch dazu kommt, hier gibt es für den Handwerker auch noch eine Rabattierung. Mittlerweile ist es bei fast allen anderen Unternehmen nämlich so, das der Endverbraucher im Netz billiger kauft als der Handwerker.
Aus dem Grund sind auch alle, diese Unternehmen hier, bei mir, auf meiner persönlichen roten Liste und die Aussendienstler können hier nix mehr verkaufen.

Witzig ist an dieser Stelle auch, will ich kaufen, muss ich mich registrieren mit Gewerbeschein und so weiter. Nööööööööönöööööö.. bei mir gibt es kein Handwerkermelken.
Suche:

Anzeige

Aktuelle Aktion

Partner Widget schließen

  • beyerdynamic Logo
  • DALI Logo
  • SAMSUNG Logo
  • TCL Logo

Forumsstatistik Widget schließen

  • Registrierte Mitglieder928.631 ( Heute: 2 )
  • Neuestes MitgliedTolga2a4
  • Gesamtzahl an Themen1.558.622
  • Gesamtzahl an Beiträgen21.706.686