In-Ear Bericht in der »NZZ am Sonntag«

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MTL-CH
Stammgast
#1 erstellt: 29. Jun 2009, 19:53
Meine 'Lieblingszeitung', die NZZ, widmete sich in der vergangenen Sonntagsausgabe einmal dem Thema KH an mobilen Playern. Das Ergebnis liest sich für eine Tageszeitung eigentlich bemerkenswert fundiert - ich hab etwa in der 'Zeit? jedenfalls in technischen Dingen schon erheblich wirreres Zeug gelesen:

Wer besser hören will, muss extra zahlen

Gute Kopfhörer kosten manchmal mehr als ein MP3-Player. Ihr Kauf lohnt sich trotzdem. Denn die mitgelieferten Hörer sind eine Zumutung fürs Gehör. Von Wolfgang Tunze

Die Idee vom mobilen Musikgenuss ist so alt wie der Walkman. Aber erst der iPod und seine Artgenossen haben sie vollendet: Die tönenden Digitalknirpse musizieren mit einer Klarheit, von der Hi-Fi-Fans in der Ära der portablen Kassettenspieler nur träumen konnten. Theoretisch jedenfalls. Praktisch bestimmen immer noch die mitgelieferten Kopfhörer, was wirklich an den Ohren ankommt. Und das bedeutet nur allzu oft: Bässen fehlt es an Saft und Kraft, Höhen klingen glanzlos und hart, Stimmen tönen gestresst oder gar verschnupft. Deshalb lohnt es sich fast immer, in bessere Alternativen zu investieren. Die gibt es heute in beachtlicher Auswahl und sogar zu Preisen, die auf den ersten Blick unvernünftig erscheinen.

Drei Beispiele sollen helfen, diese Gewissensfrage zu beantworten. Sie alle gehören der Gattung der «In Ear»-Hörer an; man steckt ihre winzigen, aus weichem Silikon oder aus Schaumstoffen gefertigten Ohr-Polster also direkt in den Gehörgang. Das hat gleich zwei Vorteile: Störende Umgebungsgeräusche werden wirksam ausgeblendet, und die tiefen Frequenzen haben keine Chance mehr, ungehört ins Freie zu entweichen.

Individuell angepasst

Das erste «In Ear»-Beispiel heisst MMX 100, stammt von Beyerdynamic und taugt sogar zum Telefonieren mit dem iPhone und mit anderen Multimedia-Handys: An seinem Kabel sitzt ein kleines Mikrofon, das sich mit einer winzigen Taste einschalten lässt. So gesehen nimmt sich der Preis für die Basisausstattung des Hörers eher moderat aus: Um 150 Franken verlangt der Händler. Allerdings gibt es dafür noch keinen Spitzenklang: An Basskraft und Frische erzielt der Beyerdynamic kaum bessere Resultate als die Serienhörer der MP3-Player. Das ändert sich erst, wenn der MMX 100 als Modellvariante «Individual» antritt: In dieser Version liefert der Hersteller einen Gutschein zum Hörer, den man bei einer Filiale der Hörgeräte-Ladenkette Kind einlösen kann. Dort nehmen die Akustik-Spezialisten einen Abdruck von Ohrmuschel und Innenohr und fertigen nach dieser Vorlage ein Anpass-Stück für den MMX 100.

Das Resultat verblüffend: Der kleine Hörer läuft zu unglaublicher Form auf, Bässe gewinnen ein Volumen, das man von einem Schallwandler dieses Kalibers überhaupt nicht erwartet, Grundtöne klingen kräftig und voluminös, Obertöne fein und unaufdringlich. Die wundersame Wandlung bestätigt, was Vergleiche von «In Ear»-Hörern immer wieder zeigen: Das Klangresultat hängt wesentlich davon ab, wie gut die Anpass-Stücke der Hörer im Gehörgang sitzen. Deshalb liefern die Hersteller auch stets mehrere Grössen und Formen zur Auswahl. Die Massarbeit vom Hörgeräte-Spezialisten ist in dieser Hinsicht nicht zu übertreffen. So gesehen ist der Preis von etwa 335 Franken, den Beyerdynamic für seine «Individual»-Version veranschlagt, jeden Rappen wert. Einziger Pferdefuss: Bisher gibt es persönliche Anfertigung erst in Deutschland; demnächst soll die Kooperation mit den Kind-Filialen aber auch in der Schweiz starten.

Das zweite Beispiel für nachhaltige MP3-Veredlung stammt von Logitech und schmückt sich mit dem Adelstitel Ultimate Ears TripleFi 10. Dazu passt der Preis von 450 Franken. Als Modellvariante 10vi bietet der Hörer ein zusätzliches Mikrofon für den Einsatz am iPhone. Das verteuert ihn aber zum Glück nur um moderate 20 Franken. Das Innenleben des Logitech-Hörers ist der Lautsprechertechnik abgeschaut: Seine Konstrukteure verteilten die Schallerzeugung auf drei winzige Wandler. Zwei davon bestreiten die tiefen Töne, einer die Höhen. Das soll nicht nur der Reinheit der Klangfarben zugutekommen, sondern auch einen weiten Stereo-Eindruck fördern.

Spuren auf dem Konto

Die hörbaren Resultate sind dann tatsächlich so beeindruckend wie das anspruchsvolle Technik-Konzept: Der Logitech-Hörer hält sich ausserordentlich gewissenhaft an die Balance der natürlichen Klänge, zeichnet luftige Klangbilder mit exakter Ortbarkeit und sauberer Trennung der einzelnen Instrumente und unterfüttert dies alles mit präzisen Bässen - kurzum: Auch der Logitech-Hörer ist eine sinnvolle Investition in den mobilen Hörgenuss.

Das dritte Beispiel für die gezielte iPod-Aufwertung hat etwas Verwegenes: Der «In Ear»-Hörer ES530 von Shure markiert mit einem Preis von etwa 650 Franken das obere Ende der Skala. Mit einem iPhone-tauglichen Mikrofon-Adapter, zu erkennen am Namenszusatz PTH, kostet er sogar um 750 Franken. Auch Shure setzt auf das Dreiwege-Prinzip. Der amerikanische Hersteller hat es sogar für den Ohrhörer-Einsatz erfunden, Logitech hat die Idee erst später aufgegriffen. Und wer kann es nun besser - der Pionier oder der Adept? Das ist nicht leicht zu entscheiden: Der Shure-Hörer spielt auf einem ähnlich hohen Niveau wie das Topmodell von Logitech, und nur mit Geduld findet man reproduzierbare Differenzen heraus. So punktet das Shure-Modell mit einem noch deutlicher ausgeprägten Sinn für die Finessen des musikalischen Geschehens. So ist er ein extrem anspruchsvoller Begleiter für die mobile Generation der Hi-Fi-Gourmets, und als solcher darf er auch sichtbare Spuren auf dem Konto hinterlassen.

Hier noch der entsprechende link (nicht sicher, ob man's darüber öffnen kann, ohne angemeldet zu sein...):
http://www.nzzglobal...n1P1R1Cg4dThmchzj-20


[Beitrag von MTL-CH am 30. Jun 2009, 14:33 bearbeitet]
Tob8i
Inventar
#2 erstellt: 30. Jun 2009, 07:19
Tja, das kommt dabei raus, wenn man einen Journalisten, der so gut wie keine Ahnung hat, einfach mal so einen Artikel schreiben lässt.

Vor allem das mit Logitech ist ja wohl ziemlich falsch. Vielleicht hat er ja seine Tester irgendwie über die bezogen, aber den t.f 10 hat UE ja noch entwickelt, als sie noch nicht übernommen wurden. Und selbst jetzt hat UE wohl noch nicht viel mit Logitech zu tun.
Hüb'
Moderator
#3 erstellt: 30. Jun 2009, 07:38
Hallo MTL-CH,

bitte setze einen Link auf die Quelle. Ansonsten kann es zu urheberrechtlichen Problemen kommen.

Grüße
Frank
slickride
Stammgast
#4 erstellt: 30. Jun 2009, 11:49
http://www.alternate...nd&l2=Kopfh%C3%B6rer

der obrige Link weißt auf die Alternate Seite, wo angeblich Logitech einen UE anbieten soll. Habe ich etwas nicht mitgekriegt?

Zum Artikel: Ich glaube mal, dass der Shure eine Klangsignatur hatte, die dem Tester besser gefallen hatte, als die vom UE (oder ein besserer Seal). So wie ich die beiden in Errinerung habe, ist der UE klar vor dem Shure.
Kharne
Inventar
#5 erstellt: 30. Jun 2009, 12:02
Das ist mal wieder Alternate, die kriegen es nicht hin die Sachen ordentlich zu kataklogisieren. Ein echter Krampf wenn man mal was bestimmtes sucht, zumal sie vieles einfach nicht (mehr) im Sortiment haben.

Wobei es ja zur Hälfte stimmt, Logitech hat UE aufgekauft, will UE aber als eigenständige Marke weiterlaufen lassen.
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