vier "3 Ohm"-Lautsprecher an einem Vintage "8 Ohm"-Verstärker

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jon.scr
Neuling
#1 erstellt: 20. Okt 2020, 10:32
Hallo Zusammen,

Ich bin neu in der ganzen Hifi-Welt,
allerdings bin ich sehr beeindruckt von dem Design alter Verstärker.
Ich würde mir gerne einen Sony Verstärker TA- 313
kaufen. Er hat eine angegebene Impendanz von 8 Ohm und das bei 25 Watt pro Buchse.
Da das Gerät aus den 70gern stammt, kann ich mir schon denken, dass
es nicht sonderlich viel ist. Ist bei nahezu jeden Gerät aus der Zeit so, oder?
Trotzdem dachte ich, dass man ihn doch vielleicht mit
vier, recht neuen "Heimkino" Lautsprechern betreiben kann, nämlich den Sony SS-TS 551.
Problem ist, dass diese eine Impendanz von 3 Ohm haben und ich sehr oft gelesen habe, dass
davon abgeraten wird.

Ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen und mir sagen, ob es irgendwie möglich ist,
diese Art von "modernen" Lautsprechern zusammen mit einem älteren Verstärker zu benutzen.

Danke
Reference_100_Mk_II
Inventar
#2 erstellt: 20. Okt 2020, 14:10
Der Verstärker ist laut Rückseite für 4Ω geeignet.

3Ω sollten auch funktionieren denke ich.
Einfach nicht übertreiben mit der Lautstärke, dann passt das wohl.
Immer schön die Temperatur im Auge behalten.

Grundsätzlich kannst du alle vier Boxen an die jeweiligen Anschlüsse anschließen denke ich.

Dann darfst du aber entweder nur mit Paar A oder nur mit Paar B hören.
Also immer nur mit zwei Boxen.

Mit vier gleichzeitig aber nicht.
Die Boxen werden beim A+B Betrieb nämlich parallel geschaltet wodurch sich die Gesamtimpedanz halbiert und damit deutlich unter die angegebenen 4Ω vom Verstärker fallen.
Das ist dann wirklich zu viel Belastung und kann zum Defekt des Verstärkers führen.

Siehe dazu auch das Service Manual:
https://www.manualslib.com/manual/1005883/Sony-Ta-313.html



Grundsätzlich sei aber auch erwähnt, dass vier Boxen an einen 2-Kanal-Verstärker in einer "normalen" Hörsituation absolut keinen Sinn machen.
Lediglich wenn die Paare unterschiedliche Räume beschallen ist das von Nutzen.
Dafür wurde diese A/B Geschichte auch ursprünglich ins Leben gerufen.
laminin
Inventar
#3 erstellt: 20. Okt 2020, 14:37
Im Prinzip wie von Reference_100_Mk-II beschrieben, ABER:
Ein so schoener Verstaerker hat ganz andere (= viel bessere) Lautsprecher verdient.
jon.scr
Neuling
#4 erstellt: 20. Okt 2020, 21:47
Hallo,

Erstmal vielen Dank für die ausführliche Antwort.

Das mit dem halbieren habe ich auch gelesen, aber
durch ihre Antwort jetzt viel besser verstanden. danke

Ich hätte noch eine Frage, nämlich was passieren würde,
wenn bei einem Paar der Lautsprechern
noch ein passiver Subwoofer dazu geschalten wird.
Also ein "Jumper"-Kabel vom +-Pol des linken Lautsprecher zum
+-Pol des Subwoofers. Dann noch eins vom --Pol des Subwoofers zum
--Pol der rechten Lautsprecherbox und schließlich zurück zum Verstärker.

Die Ohm-Anzahl müsste dann ja steigen, oder? 3x3 - Wäre näher an den
empfohlenen 8 Ohm. Kann aber auch komplett falsch sein. Wissen Sie
hoffentlich genauer

Danke nochmals.
jon.scr
Neuling
#5 erstellt: 20. Okt 2020, 21:53
Hallo laminin,

Da stimme ich ihnen zu.
Hätten Sie da ein Modell im Kopf, welche als Alternative in Frage kommen würden?
Ich habe ein paar wirklich schöne gesehen,
aber da ist man preislich ganz schnell bei 500-1500€.
Preislich wären Momentan leider nur die Hälfte drin,
obwohl ich schon gewillt wäre, für ein wirklich schönes Paar,
irgendwann nochmal etwas zu investieren

Liebe Grüße
RocknRollCowboy
Inventar
#6 erstellt: 20. Okt 2020, 22:13
Servus Jon.

Wir Duzen uns hier.


Ich hätte noch eine Frage, nämlich was passieren würde,
wenn bei einem Paar der Lautsprechern
noch ein passiver Subwoofer dazu geschalten wird.
Also ein "Jumper"-Kabel vom +-Pol des linken Lautsprecher zum
+-Pol des Subwoofers. Dann noch eins vom --Pol des Subwoofers zum
--Pol der rechten Lautsprecherbox und schließlich zurück zum Verstärker.


Vergiss bitte einen passiven Subwoofer sofort wieder, sofern dieser nicht mit den dazugehörenden Satelliten betrieben wird.
Alles andere wird ganz großer Murks hinsichtlich des Klangs, weil nix zueinander passt.
Einen Aktiven kannst du aber in Betracht ziehen.

Gruß
Georg

Edit:

Ich habe ein paar wirklich schöne gesehen,
aber da ist man preislich ganz schnell bei 500-1500€.
Preislich wären Momentan leider nur die Hälfte drin,

Was hast Du denn da gesehen?
Nur mal so um zu Wissen in welche Richtung es gehen soll.
Hast du die nur gesehen oder auch gehört?
Geht es mehr um das Design oder den Klang?


[Beitrag von RocknRollCowboy am 20. Okt 2020, 22:18 bearbeitet]
jon.scr
Neuling
#7 erstellt: 20. Okt 2020, 22:49
Moin Georg,

Die Subwoofer würden sogar zu den Lautsprechern gehören.
Es ist ein Lautsprecher System von Sony.
Die Lautsprecher wären die SS-TS 551 und der Subwoofer: SS-WS 551.

Bei den Lautsprechern habe ich vorwiegend bei Ebay geschaut, was gerade
so an Lautsprechern angeboten wird. Hängen geblieben bin ich bei Canton LE 107.
Diese passen preislich und design-technisch. Wusste aber nicht, ob sich das lohnt,
da das Set von Sony preislich doch deutlich günstiger ist. Ich würde dann erstmal mit den vorliebnehmen
und möglicherweise in der Zukunft auf die Canton Chrono 509 sparen.

Wiedermal zwei Fragen als Hifi-Neuling:
- Würden sich dieses hochpreisige Lautsprecherpaar überhaupt lohnen mit einem älteren Verstärker?
- In welchen Situationen merkt man einen Unterschied zwischen Lautsprechern
aus dem Preissegment der Canton LE gegenüber welchen aus dem Segment der Canton Chrono?

Liebe Grüße und danke dir für die schnelle Antwort
RocknRollCowboy
Inventar
#8 erstellt: 20. Okt 2020, 23:01
Servus.


Es ist ein Lautsprecher System von Sony.
Die Lautsprecher wären die SS-TS 551 und der Subwoofer: SS-WS 551.

Ich habe auf die Schnelle nix gefunden, ob sich die Lautsprecher zu einem Komplettsystem gehören. Bei diesem wäre dann ein spezieller Verstärker nur für dieses System mit eingeschlossen.
Ich vermute aber mal ganz stark: Ja.
Die 3 Ohm sprechen dafür und der passive Subwoofer. So was gibts eigentlich nur bei Komplettsystemen.
Also vorsichtshalber die Finger weg von dem Sony System.

Gruß
Georg
oldiefan1
Inventar
#9 erstellt: 20. Okt 2020, 23:34
[quote] Ich hätte noch eine Frage, nämlich was passieren würde, wenn bei einem Paar der Lautsprechern noch ein passiver Subwoofer dazu geschalten wird.
Also ein "Jumper"-Kabel vom +-Pol des linken Lautsprecher zum +-Pol des Subwoofers. Dann noch eins vom --Pol des Subwoofers zum --Pol der rechten Lautsprecherbox und schließlich zurück zum Verstärker. Die Ohm-Anzahl müsste dann ja steigen, oder? [/quote]


Nein - das bedeutet Endstufentod des Verstärkers im linken Kanal!

Üblicherweise (Ausnahme bi-amping) liegen die Minus-Pole der Lautsprecherausgänge alle auf demselben Potential üblicherweise ist das Masse). Sie sind also alle über Masse miteinander verbunden. Bei Deiner Schaltung liegt deshalb die Subwoofer-Impedanz parallel zur Lautsprecherimpedanz der linken Box. Wenn beide 3 Ohm sind, wird der linke Kanal daher mit 1,5 Ohm überlastet. Denn beim linken Kanal ist dann der + mit dem - Pol sowohl über den linken Lautsprecher als auch parallel dazu mit dem Subwoofer verbunden.

[img]1049567[/img]
[thumb]1049567[/thumb]

Man kann nur einen aktiven Subwoofer anschliessen, keinen passiven!

Den passiven Subwoofer, den Du Dir ausgeguckt hast, kannst Du leider an keinen klassischen HiFi-Stereo-Verstärker anschliessen. Er gehört zu einem Heimkino-System, dessen zugehöriger Verstärker einen speziell für den Subwoofer vorgesehenen extra Ausgang hat. An klassische HiFi-Stereo-Verstärker kann i.a. nur ein aktiver Subwoofer angeschlossen werden, um die Impedanzbedingungen einzuhalten.


Gruß
Reinhard


[Beitrag von oldiefan1 am 20. Okt 2020, 23:52 bearbeitet]
cptnkuno
Inventar
#10 erstellt: 21. Okt 2020, 22:10

jon.scr (Beitrag #7) schrieb:

- In welchen Situationen merkt man einen Unterschied zwischen Lautsprechern

Eigentlich immer. Lautsprecher sind, neben dem Raum in dem sie betrieben werden, diejenigen Komponenten die den größten Unterschied bei der Wiedergabe ausmachen.
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