Industrieller Photodruck früher zu Analogzeiten

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ElsaEcomo
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 03. Apr 2011, 14:43
Hallo,
kürzlich habe ich für meinen Großvater einige Dias digitalisieren und auf 20x30cm drucken lassen. Das Ergebnis war für ihn nicht immer optimal.

Früher sei alles besser gewesen. Da sei man die Strasse runter zum Photogeschäft gegangen, habe seinen Film abgegeben und Abzüge bestellt. Wenn ein Abzug nicht gefiel, habe man ihn nicht genommen und nicht bezahlen müssen.

Und seitdem seine Contarex kürzlich den Geist aufgegeben hat, die digitale Welt aber für den Herrn, der nichtmal einen Fernseher ordentlich bedienen kann, völlig verschlossen bleibt, ist die Welt sehr düster und langweilig geworden.

Es ging eine Diskussion los, warum die Bilder blaustichig geworden seien. Das sei früher doch auch nicht so gewesen. Wie mache man das denn heute? Und wie ging das früher?

Ja gute Frage. Wie hat man das früher gemacht? Eine Rotlichtkammer kann es ja nicht gewesen sein... hoffe ich. Das ist doch mehr was für den Kleinabnehmer. Was hat man damals in der Industrie eingesetzt? Das muss doch ein irgendwie geartetes chemisches Verfahren gewesen sein? Weiß das jemand von euch?
geza42
Ist häufiger hier
#2 erstellt: 25. Apr 2011, 13:57
Farbstiche waren immer Thema.

Farbkorrekturen wurden automatisch und bei Bedarf von Hand nachgebessert. Ob im kleinen Labor oder im industriellen Grossbetrieb...die Schritte vom Entwickeln der Filme bis zum fertigen Foto waren dieselben. Auch die 'Fehler'.

Farbstiche werden als Farbabweichungen zur gesehenen Originalszene wahrgenommen. Unser Sehvermögen punkto Farben und Kontrast ist um ein vielfaches rafinierter als die analoge oder digitale Fotografie. Kein Mensch muss bewusst einen Weissabgleich oder Kontrastkorrekturen vornehmen, wenn er eine Szene in der Natur bewundert.

Ein Dia auf der Leinwand betrachtet wird immer 'lebendiger' und kontrastreicher ausfallen, als eine Kopie auf Papier. Der Farbstich muss aber nicht sein. Der kann das Labor korrigieren.

Früher wurden Dias direkt (noch früher via Zwischen Negativ) auf Fotopapier kopiert (projeziert sozusagen), heute zuerst digitalisiert und dann auf den Printer geschossen. Mit beiden Verfahren können die Farben bis zu einem bestimmten Grad gesteuert werden.

Ob gestern oder heute...das Fotopapier ist im Grundaufbau gleich geblieben: Lichtempfindliche Silberhalogenid Kristalle werden beim Belichten verändert und lassen so ein Bild entstehen, ganz einfach ausgedrückt. Um ein sichtbares Bild zu erhalten, muss das Papier entwickelt und fixiert werden...chemisch.
ElsaEcomo
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 07. Mai 2011, 11:26
Ok, also das Problem eines Farbstiches bestand prinzipiell schon immer, muss aber nicht zwingend vorhanden sein.

Verstehe ich es richtig, dass wenn man seine Fotos entwickeln ließ, sozusagen große Fotolabors aus den Negativen die Bildabzüge gemacht haben?
Gab es keine "Fließbandproduktion"? Gab es keine Maschine die das erledigte? Waren es also viele Dunkelkammern mit Arbeitern die unter Datenschutzauflagen diskret Fotos fremder Leute entwickelten?
geza42
Ist häufiger hier
#4 erstellt: 26. Mai 2011, 16:20
Dochdoch. Ist schon lange her, als ich das letzte Mal ein Grosslabor besuchte...soviel ich mich erinnern kann, wurden (alles automatisch auf einer Lichdichten Strasse):
die 35mm Filmdosen 'aufgesprengt'
am ende des Films eine Nummer draufgeklebt
zig Filme auf eine Rolle aufgezogen
durch verschiedene Bäder (entwickeln, unterbrechen, fixieren, wässern, netzen, trocknen) gezogen
auf Fotopapier vergrössert, mit automatisch ermittelten Farbkorrekturwerten
Fotopapier(grosse Rollen) entwickelt
von Menschenauge begutachtet und markiert
die markierten Abzüge wurden nochmals vergrössert, mit den Farbkorrekturwerte des Begutachters
Film und Foto geschnitten
couvertiert

Je nach Preis/Labor wurden keine bis 3fache Korrekturläufe gefahren.
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