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Der Atomvertrag

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sonicfurby
Stammgast
#702 erstellt: 12. Mrz 2011, 11:57
Cäsium ausserhalb des Reaktors ist leider ein deutlicher Beweis dafür das die Brennstabbehälter defekt/ zerbrochen sind und eine *mehr als nur kleine* Undichtigkeit vorliegen muß.

Was deutlich schlimmer ist - und das unterscheidet die leidensfähigen Japaner von den Laabertanten anderswo ist folgendes:

Genau jetzt steht ein Trupp Ingenieure, Kraftwerksmitarbeiter und Techniker in dem Reaktor oder gebäude nebenan um die Notsysteme noch am laufen zu halten. Diese Leute sind, sofern das Strahlungsereignis vergleichbar mit Tschernobyl ist, schon jetzt stehend tot und sie wissen es auch. Sie bleiben dennoch. Sie sind weder verantwortlich für die politische Entscheidung pro oder Contra AKW, sie sind jetzt das letzte Aufgebot was herauszögert, versucht die Pumpen doch noch teilweise am laufen zu halten während der Block nebenan bereits völlig hochgegangen ist.

Im Angesicht solcher Vorgänge sollte man einfach mal in Demut die Fresse halten, dies gilt für Gutmenschen, Ökopropheten ebenso wie für Atom- Apparatschiks.
Frank_13
Stammgast
#703 erstellt: 12. Mrz 2011, 12:14

sonicfurby schrieb:

Im Angesicht solcher Vorgänge sollte man einfach mal in Demut die Fresse halten, dies gilt für Gutmenschen, Ökopropheten ebenso wie für Atom- Apparatschiks.

Das ist deine Meinung, ok. Sollen wir das jetzt totschweigen, oder wie ?
Es gibt genug Gegner die jetzt schweigen sollen nur weil gerade das eintritt vor dem sie immer gewarnt haben ?
Scheinbar sind ja jetzt die Atomiker die Weisen, denn sie schweigen jetzt, oder ist es einfach nur fassungslosigkeit über die Dinge die jetzt geschehen und das doch eigentlich nicht dürften da ja alles immer sicher ist und kontrollierbar.
halo_fourteen
Stammgast
#704 erstellt: 12. Mrz 2011, 12:25

sonicfurby schrieb:


Im Angesicht solcher Vorgänge sollte man einfach mal in Demut die Fresse halten, dies gilt für Gutmenschen, Ökopropheten ebenso wie für Atom- Apparatschiks.


Sehe ich ebenso. Vermutlich wird es noch Wochen dauern bis wir hier genau wissen was passiert ist und welche Auswirkungen es hat.

Und ich, auch wenn es egoistisch klingt, bin erstmal froh, dass in Deutschland keine derartigen Naturkatastrophen zu erwarten sind.
sonicfurby
Stammgast
#705 erstellt: 12. Mrz 2011, 12:28
Jetzt schweigen und beten und das Besserwissen aufheben für danach wäre imO angebrachter. Danach kann man sich immer noch besserfühlen wenn man als Atomgegner recht hatte. Das "Rechthaben" hilft zwar dem eigenen Ego, aber das pedantische Rechthabenwollen und "Siehste, ätschätsch" angesichts der dortigen Situation wo Menschen akut ihr Leben lassen sowohl wenig hilfreich als auch reichlich pietätslos, klein und einfach billig.

Bei einer Demo gegen Atomkraft in einigen Monaten würde ich ja sogar neben dir maschieren aber wenn ich die Bilder shee und mir versuche vorzustellen was da gerade abläuft, halte ich es für unangebracht jetzt auf "Häh hab ich schon immer gesagt" zu machen.
Frank_13
Stammgast
#706 erstellt: 12. Mrz 2011, 12:32

halo_fourteen schrieb:


Und ich, auch wenn es egoistisch klingt, bin erstmal froh, dass in Deutschland keine derartigen Naturkatastrophen zu erwarten sind.

Habe mir mal erlaubt es in fett zu setzen was auch die Japaner nicht erwartet haben. Erwartet wurden maximal Beben der Stärke 8, sonst hätten sie ja sicherer gebaut.
Und Du bist Dir sicher das bei uns nichts unerwartetes
passieren kann ?
catman41
Hat sich gelöscht
#707 erstellt: 12. Mrz 2011, 12:42
@halo_fourteen,


..., dass in Deutschland keine derartigen Naturkatastrophen zu erwarten sind


wie kömmst Du darauf, das sowas in Deutschland nicht passieren kann - wir haben auch Erdbebengebiete.

und, auch in unseren AKW's können Kühlsysteme ausfallen!

Denk an Murphy;
"Alles was passieren kann, passiert"

Atomkraft, Nein Danke!
Harry
kalia
Inventar
#708 erstellt: 12. Mrz 2011, 12:42

sonicfurby schrieb:
Jetzt schweigen und beten und das Besserwissen aufheben für danach wäre imO angebrachter. Danach kann man sich immer noch besserfühlen wenn man als Atomgegner recht hatte. Das "Rechthaben" hilft zwar dem eigenen Ego, aber das pedantische Rechthabenwollen und "Siehste, ätschätsch" angesichts der dortigen Situation wo Menschen akut ihr Leben lassen sowohl wenig hilfreich als auch reichlich pietätslos, klein und einfach billig.


Ich glaube niemand fühlt sich "besser" weil jetzt das eingetreten ist, wovor man schon Jahre gewarnt hat und als Panikmacher in die Spinnerecke gesteckt wurde- im Gegenteil - es fühlt sich Scheisse an und es macht tief traurig ob der Situation der Leute da und es macht Angst, aber jetzt beten und hoffen, dass eine übernatürliche Kraft hilft wo der Mensch versagt und in Demut Schweigen mag Dein Weg damit klarzukommen sein, es ist sicher nicht der Einzige und imho wird da auch kein Deut besser, wenn man wieder totschweigt und auf vergessen hofft.
Das hat schon mal geklappt, nach Tschernobyl
Die Kernschmelze ist mittlerweile bestätigt


[Beitrag von kalia am 12. Mrz 2011, 12:54 bearbeitet]
c0r41f4n9
Stammgast
#709 erstellt: 12. Mrz 2011, 12:46

halo_fourteen schrieb:
Und ich, auch wenn es egoistisch klingt, bin erstmal froh, dass in Deutschland keine derartigen Naturkatastrophen zu erwarten sind.

Das zu glauben ist ziemlich naiv...


sonicfurby schrieb:
Genau jetzt steht ein Trupp Ingenieure, Kraftwerksmitarbeiter und Techniker in dem Reaktor oder gebäude nebenan um die Notsysteme noch am laufen zu halten. Diese Leute sind, sofern das Strahlungsereignis vergleichbar mit Tschernobyl ist, schon jetzt stehend tot und sie wissen es auch. Sie bleiben dennoch. Sie sind weder verantwortlich für die politische Entscheidung pro oder Contra AKW, sie sind jetzt das letzte Aufgebot was herauszögert, versucht die Pumpen doch noch teilweise am laufen zu halten während der Block nebenan bereits völlig hochgegangen ist.

Bei dem Gedanken läuft mir ein kalter Schauder den Rücken runter, ich habe größten Respekt vor diesen Leuten die im Angesicht des Todes trotzdem ihre Arbeit verrichten und sich für die Masse opfern. Ich hoffe es ist nicht umsonst.
Gelscht
Gelöscht
#710 erstellt: 12. Mrz 2011, 12:52

halo_fourteen schrieb:

Und ich, auch wenn es egoistisch klingt, bin erstmal froh, dass in Deutschland keine derartigen Naturkatastrophen zu erwarten sind.


Ich nicht. Die Kraftwerke dort wurden erdbebensicher gebaut, weil man ja immer damit rechnen musste. Natürlich war es eine Sache der Risiko-Aufwands-Shareholdervalue-Geschichte, daher hat es nicht ganz gereicht.

Ich erwarte nicht, dass bei deutschen Kernkraftwerken ähnliche Erwägungen ausgeblieben sind. Für die Deutschen mag ein Beben der Stärke 6 reichen weil man bei der Konstruktion nur bis 5,5 geplant hat. Google mal nach Neckarwestheim.

Was den Tsunami angeht, war er ja wohl eher durchschnittlich. Nicht mal tausend Tote sind zwar bedauerlich aber ebenso schnell vergessen wie die 700 auf Java vor ein paar Jahren und die zweihunderttausend zu Weihnachten 2004.

Was mich viel mehr stört, ist dass ich jetzt wieder ein paar Jahrzehnte keine Pilze aus dem Wald essen darf und der Seelachs aus Alaska verstrahlt sein wird.
Torsten70
Inventar
#711 erstellt: 12. Mrz 2011, 14:18

Piggel schrieb:

Was den Tsunami angeht, war er ja wohl eher durchschnittlich. Nicht mal tausend Tote sind zwar bedauerlich aber ebenso schnell vergessen wie die 700 auf Java vor ein paar Jahren und die zweihunderttausend zu Weihnachten 2004.

Was mich viel mehr stört, ist dass ich jetzt wieder ein paar Jahrzehnte keine Pilze aus dem Wald essen darf und der Seelachs aus Alaska verstrahlt sein wird.


Du bist um dein Schicksal aber wirklich nicht zu beneiden...
Florian_1
Stammgast
#712 erstellt: 12. Mrz 2011, 15:42
In Japan gint es noch den schnellen Brüter Monju, der mit flüssigem Natrium gekühlt und schoneinmal wegen eines Erbebens abgeschaltet wurde. liegt zwar auf der anderen Seite, aber eben auch in einem Erdbebengebiet. Versucht da mal die Kühlung wieder hinzubekomme...

DamonDiG
Hat sich gelöscht
#713 erstellt: 12. Mrz 2011, 16:52
Mouinsen!


halo_fourteen schrieb:

Und ich, auch wenn es egoistisch klingt, bin erstmal froh, dass in Deutschland keine derartigen Naturkatastrophen zu erwarten sind.


Du hast ganz recht, erwarten tut hier keiner was. Zum Beispiel die gerade ausgehende Naturkatastrophe, der Winter 2010/11 war in dieser Form sicher nicht zu erwarten, genausowenig, wie der katastrophale Sommer davor, der die Klimaanlagen der Bahn heimtückisch lahmgelegt hat. Ebenso werden von jenen, die im Namen des Volkes entscheiden, die über 100 Jahre lang auftretenden Drücke des bei (nicht unwahrscheinlicher) Wasserberührung quellenden Gipskeupers auf die Tunnel des Bahnprojektes S21 nicht erwartet.
Und mal ehrlich: wer hätte erwartet, daß die Natur in Wolfenbüttel sich so distanzlos schnell über die Atomabfälle in der Asse hermacht und sich damit allen Planungen entgegenstellt?

Ironiemodus aus.

Mal im Ernst, ausnahmslos alle großen und kleinen Katastrophen dieser Art, inkl. Tschernobyl und Fukushima SIND erwartet worden. Die Warnungen gegenüber den Betreibern der japanischen Atomkraft sind jahrealt und nun wirklich laut genug gewesen. Genauso wie diejenigen, die vor der Einlagerung von Atommüll im Salz gewarnt haben.
Aktuell wird lauthals davor gewarnt, daß etliche deutsche Meiler NICHT SICHER sind. Zum Beispiel nicht vor Terroranschlägen. ES mürbt die Hälfte der AKW's auf dem Stand von annodunnemals dahin, sodaß es
keine derartigen Naturkatastrophen
braucht, um hierzulande einen heißen Arsch zu kriegen.
Aber: die negativen Folgen der Mißachtung dieser Warnungen und Erwartungen sind nun mal nicht Maßstab für Entscheidungen hier wie dort.

Die einen beten angesichts dessen, was am anderen Ende der Welt passiert, die anderen nutzen die Gelegenheit, um den Kopf aus dem eigenen Hintern zu ziehen und den Dingen ins Gesicht zu sehen: Wir sind es, die hier gestalten.

Schöne Grüße,
Simon

Edith: Umformulierungen wegen Sinnlosigkeit


[Beitrag von DamonDiG am 12. Mrz 2011, 16:53 bearbeitet]
sonicfurby
Stammgast
#714 erstellt: 12. Mrz 2011, 17:21
>Die einen beten angesichts dessen, was am anderen Ende der Welt passiert, die anderen nutzen die Gelegenheit, um den Kopf aus dem eigenen Hintern zu ziehen und den Dingen ins Gesicht zu sehen: Wir sind es, die hier gestalten.

Ich hatte lediglich gesagt das man im Moment eher in sich gehen sollte und Respekt vor dem haben sollte, was die Leute dort drüben vor Ort jetzt unter großem Opfer leisten bzw. versuchen.

Daß in Zukunft eine Meinungsäußerung in Form von Demos um den Druck auf die politik zu erhöhen angesagt wäre, da stimme ich zu.

Bezeichnend für viele sogenannten Gutmenschen ist aber, das sie außer schlau daherreden und auf dem Sofa hocken NICHTS machen. Weder auf die Demo gehen, noch selber eine Solaranlage einbauen ("lohnt sich ja nicht"). gutmenschen und Korinthenkakcer laabern aber sobald sie selber MACHEN müßen, wird anderen der Vortritt gelassen und Gutmensch selber macht... nichts.

Also.. laaberst du nur oder machst du wirklich?
Gelscht
Gelöscht
#715 erstellt: 12. Mrz 2011, 18:09

sonicfurby schrieb:
Also.. laaberst du nur oder machst du wirklich?


Lustige Frage. Mein kfz verbraucht 2 bis 4 Liter. Dazu habe ich zwei Verfahren wegen Landfriedensbruchs wegen der Wahrnehmung meiner Bürgerrechte/Pflichten überstanden.


Torsten70 schrieb:

Piggel schrieb:
Was mich viel mehr stört, ist dass ich jetzt wieder ein paar Jahrzehnte keine Pilze aus dem Wald essen darf und der Seelachs aus Alaska verstrahlt sein wird.


Du bist um dein Schicksal aber wirklich nicht zu beneiden... :.


Eben. Und das nur wegen der Geldgier einiger weniger. Das ist ja gerade die Krux, die Gewinne werden individualisiert und die Folgen werden sozialisiert.

Ich würde mal dafür wetten, dass von den Entscheidern und Geldabsahnern kein einziger auch nur einen Hauch von Strahlung abkriegt. Aber wir müssen jetzt die bewundern, die unter Einsatz ihres Lebens versuchen müssen, ihre Mitmenschen zu schützen. Sie haben alle mit gemacht und die Sache jahrzehntelang mitgetragen. Sie sind selbst schuld.
Mimi001
Hat sich gelöscht
#716 erstellt: 12. Mrz 2011, 18:57

Bezeichnend für viele sogenannten Gutmenschen ist aber, das sie außer schlau daherreden und auf dem Sofa hocken NICHTS machen. Weder auf die Demo gehen, noch selber eine Solaranlage einbauen ("lohnt sich ja nicht"). gutmenschen und Korinthenkakcer laabern aber sobald sie selber MACHEN müßen, wird anderen der Vortritt gelassen und Gutmensch selber macht... nichts.


Komisch,

vor nicht langer Zeit war der Vorwurf immer dass sich die sogenannten Gutmenschen für jeden Scheiß engagieren und ständig auf Demos rennen (müssen) oder sonst einen (blinden)Aktionismus betreiben.


Daß in Zukunft eine Meinungsäußerung in Form von Demos um den Druck auf die politik zu erhöhen angesagt wäre, da stimme ich zu.

Ich finde es auch überhaupt nicht unangebracht wenn auch und genau jetzt auf die Risiken und die Verharmlosungstaktiken hingewiesen wird.
Der Thread hier zeigt doch eindeutig wie schnell die Menschen vergessen und so argumentieren als seien im Zusammenhang mit Atomkraft Risiken beherrschbar, zumindest aber zu Vernachlässigen.

Niemand legt hier Schadenfreude an den Tag oder weidet sich am möglichen Leid der Menschen in Japan.
Torsten70
Inventar
#717 erstellt: 12. Mrz 2011, 19:02
Hi,

ich bin Bj. 70, war also 16 als 86 das mit Tschernobyl war. Klar wurde das in den Nachrichten breitgetreten, aber so richtig interessant war das eher nicht. Zum einen wegen des Alters, zum anderen weils eben "weit weg" war. Gerade lief eine Doku über den Unfall und die Aufräumarbeiten auf Phoenix, was ich so noch gar nicht wahrgenommen habe.
Das sollte man sich unbedingt mal reinziehen, denn das Problem besteht weiterhin. Was mir gar nicht bewust war (Wahrheitsgehalt ist mir nicht bekannt): Es bestand damals die Gefahr dass das geschmolzene Material durch den Beton auf das Löschwasser trifft, was zu einer Explosion geführt hätte, die sogar Kiew zerstört hätte, und weite Teile Europas unbewohnbar gemacht hätte. Wie gesagt: Ob das so zutrifft weiss ich nicht, aber es ist schon schokierend an was man da evtl. nochmal vorbeigekommen ist.

Es haben über 100 000 Menschen an den Aufräumarbeiten teilgenommen, viele von denen sind natürlich mitlerweile an den Folgen gestorben. Das waren Reservisten der Armee, "Spezialisten" und Bergleute.
Der Sarkopharg der damals errichtet wurde sollte 30 Jahre halten, und die sind fast um. An einem neuen wird gearbeitet, aber es fehlt da offensichtlich am Geld.

Was ich mich jetzt frage ist folgendes: Angenommen bei uns passiert sowas, wer räumt die "Scheisse" dann eigentlich weg? In der UDSSR kannten die meisten das Risiko nicht, und man hätte auf "Verweigerung" sicher anders reagiert als man es hier tun kann. Wird man dann erschossen wenn man nicht bereit ist 3 Tage zu buddeln und dann zu gucken wie einem die Pelle von den Knochen fällt?

Welche Städte müssten bei einem ähnlichem Unfall in z.B. Hanau geräumt werden, und wo wohnen die dann alle???

Torsten
Mimi001
Hat sich gelöscht
#718 erstellt: 12. Mrz 2011, 19:08

wer räumt die "Scheisse" dann eigentlich weg?


Gute Frage ,
mit Sicherheit aber nicht Norbert Röttgen und Angela Merkel ....
Frank_13
Stammgast
#719 erstellt: 12. Mrz 2011, 19:14
Torsten70, Wenn Du etwas Zeit hast lese dir mal den Thread hier durch, ging eigentlich um den Atomvertrag und ist inzwischen um die gesamte Problematik erweitert worden. Hier bekommst du wirklich viele Infos.
Die deutschen AKW´s sind nicht so sicher wie die Japanischen, zb haben wir gar nicht so große Batterien wie die Asiaten, bei uns würde es früher knallen.
Laut infos der Lobby halten die deutschen Batterien ca 2 Stunden, wenn sie denn voll sind. In Japan sind sie auf 8 Stunden ausgelegt was nicht reichte wie wir jetzt leider sehen müssen. Läppige 2 Stunden finde Ich doch sehr kurz.
pinoccio
Hat sich gelöscht
#720 erstellt: 12. Mrz 2011, 20:04

Mimi001 schrieb:
Ich finde es auch überhaupt nicht unangebracht wenn auch und genau jetzt auf die Risiken und die Verharmlosungstaktiken hingewiesen wird.


Sehe ich ebenso.

Gerade nach den Worten von Röttgen:


Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) sagt, eine politische Diskussion in Deutschland sei angesichts der akuten Notlage Japans unangemessen. „Ich halte das, um es ganz zurückhaltend zu sagen, für völlig deplatziert“




Gruss
Stefan
halo_fourteen
Stammgast
#721 erstellt: 12. Mrz 2011, 20:42

DamonDiG schrieb:
Mouinsen!


halo_fourteen schrieb:

Und ich, auch wenn es egoistisch klingt, bin erstmal froh, dass in Deutschland keine derartigen Naturkatastrophen zu erwarten sind.


Du hast ganz recht, erwarten tut hier keiner was. Zum Beispiel die gerade ausgehende Naturkatastrophe, der Winter 2010/11 war in dieser Form sicher nicht zu erwarten, genausowenig, wie der katastrophale Sommer davor, der die Klimaanlagen der Bahn heimtückisch lahmgelegt hat.


Ganz ehrlich, Klimaanlagenausfall in einigen Zügen und ein etwas kälterer Winter sind nichts im Vergleich zu einem Erdbeben der Stärke 8,9 sowie einem darauf folgendem Tsunami.
Und ein derartiges Erdbeben und Tsunamis sind in Deutschland nicht zu erwarten. Ich bin kein Geologe, vermute aber dass dir das ein entsprechender bestätigen wird.

Die Folgen der Naturkatastrophe in Japan sind überhaupt noch nicht abzusehen, und hier fängt schon wieder die große Anti-AKW Hetzerei an.



sonicfurby schrieb:
Jetzt schweigen und beten und das Besserwissen aufheben für danach wäre imO angebrachter. Danach kann man sich immer noch besserfühlen wenn man als Atomgegner recht hatte. Das "Rechthaben" hilft zwar dem eigenen Ego, aber das pedantische Rechthabenwollen und "Siehste, ätschätsch" angesichts der dortigen Situation wo Menschen akut ihr Leben lassen sowohl wenig hilfreich als auch reichlich pietätslos, klein und einfach billig.


Richtig. Es sind vermutlich tausende Menschen bei einer Naturkatastrophe, die absolut nicht vorhersehbar (ich meine zu welchem Zeitpunkt) oder verhinderbar ist, ums Leben gekommen.
Hier wird nur auf den Folgen für ein AKW rumgetreten, von denen keiner der Diskutanten überhaupt weiß, wie sie ausfallen und wieviele Menschen zu schaden kommen.

Wie ich schon einmal sagte, wartet ein paar Wochen bis überhaupt für uns uneingeweihte klar ist, was überhaupt in dem AKW passiert ist und wieviele Personen betroffen waren.

Und nein, ich bin kein Atom-Lobbyist und würde es begrüßen wenn vernünftige Alternativen zu Atom-, Kohle-, Öl- und Gaskraftwerken existieren würden.
Mackie-Messer
Hat sich gelöscht
#722 erstellt: 12. Mrz 2011, 20:47

Frank_13 schrieb:

sonicfurby schrieb:

Im Angesicht solcher Vorgänge sollte man einfach mal in Demut die Fresse halten, dies gilt für Gutmenschen, Ökopropheten ebenso wie für Atom- Apparatschiks.

Das ist deine Meinung, ok. Sollen wir das jetzt totschweigen, oder wie ?


Alle haben hier doch darauf gewartet das Soundy sich meldet und egal was er sagt, hätten alle auf ihn eingeprügelt. Dann hätten hier die ganzen "Antilobbyisten" doch ihren großen Auftritt gehabt. Einfach die Klappe halten und solch ein übles Ereignes nicht noch für diesen belanglosen Fred nutzen.
pinoccio
Hat sich gelöscht
#723 erstellt: 12. Mrz 2011, 20:56

halo_fourteen schrieb:

Hier wird nur auf den Folgen für ein AKW rumgetreten, von denen keiner der Diskutanten überhaupt weiß, wie sie ausfallen und wieviele Menschen zu schaden kommen.


Die Menschen, die in Japan jetzt vielleicht davon betroffen sind/werden, wussten das sicher auch nicht. Das hindert aber die AKWs sicher nicht sie zu treffen.

Ich glaube kaum, dass sich hier in DE in naher Zukunft noch jemand mit einer Ankündigung, die Sicherheit der Meiler in DE überprüfen zu wollen, abspeisen lässt.

Gruss
Stefan
Frank_13
Stammgast
#724 erstellt: 12. Mrz 2011, 21:28

Mackie-Messer schrieb:
"Antilobbyisten" doch ihren großen Auftritt gehabt. Einfach die Klappe halten und solch ein übles Ereignes nicht noch für diesen belanglosen Fred nutzen.

dann halte dich doch besser hier fern.
Der "belanglose Fred" läuft seit September 2010 und wurde nicht in der Vorraussicht der Tragischen Ereignisse in Japan eröffnet.
Bis jetzt hatten deine Beiträge hier ein anderes Niveau. Ich sehe Dir das aber in der momentanen Dramatik des Themas nach.

Zum Glück hat sich die Meldung das noch weitere AKW´s beschädigt worden sind sich zum Glück scheinbar nicht bewahrheitet.
Im Grunde genommen haben die Menschen dort noch richtig Glück gehabt wenn man bei dem Beben überhaupt noch von Glück reden kann. Es Sind viele Menschen gestorben, es wurde verwüstet und vernichtet, unfassbare Dinge sind passiert und Ich bin schockiert und traurig.
Irgendwann werden aber die Beben Geschichte sein und die Japaner haben schon öfter gezeigt das sie damit Leben können.
Nur was wäre passiert wenn das Beben noch gewaltiger gewesen wäre ? Japan unbewohnbar ?
Ich mache mir viele Gedanken, wer es nicht lesen möchte soll es bleiben lassen.

LG Frank


[Beitrag von Frank_13 am 12. Mrz 2011, 21:29 bearbeitet]
_ES_
Administrator
#725 erstellt: 12. Mrz 2011, 23:29

Die Folgen der Naturkatastrophe in Japan sind überhaupt noch nicht abzusehen, und hier fängt schon wieder die große Anti-AKW Hetzerei an.


Wieso Hetzerei?

Unabhängig von der merkwürdig anmutenden Tatsache, das man in einem erdbebengefährdetes Gebiet AKWs betreibt, finde ich die Sorgen diesbezüglich für begründet.
Atomkraft in der heutigen Form ist ein Spiel mit dem Feuer.
Sicherlich ist das Beben eine Naturkatastrophe- doch was hat das mit der Gefährlichkeit von AKWs allgemein zu tun?
Ist es nicht eher so, das das Atom-Unglück die Folgen der unvermeidlichen Naturkatastrophe unnötig verschärft?

Muss das sein?
halo_fourteen
Stammgast
#726 erstellt: 13. Mrz 2011, 00:37
Möglicherwerweise ein falsch gewählter Ausdruck.
Ich will nur sagen, dass man abwarten sollte bis man genauer weiß was passiert ist und ob/wieviel Opfer es dadurch gegeben hat.

Laut japanischer Atomenergiebehörde ist es bis jetzt angeblich nur ein Unfall, Stufe 4 von 7.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,750601,00.html
Auf jeden Fall sind die japanischen Behörden mehr auf Zack als die sowjetischen, die damals für Tschernobyl verantwortlich waren. Frühe Evakuierungen hätten damals viele Menschenleben retten können.

Argh, jetzt beteilige ich mich schon wieder an spekulativen Diskussionen....


[Beitrag von halo_fourteen am 13. Mrz 2011, 00:42 bearbeitet]
freibürger
Inventar
#727 erstellt: 13. Mrz 2011, 00:45

halo_fourteen schrieb:

Und ich, auch wenn es egoistisch klingt, bin erstmal froh, dass in Deutschland keine derartigen Naturkatastrophen zu erwarten sind.



halo_fourteen schrieb:
Und ein derartiges Erdbeben und Tsunamis sind in Deutschland nicht zu erwarten. Ich bin kein Geologe, vermute aber dass dir das ein entsprechender bestätigen wird.


Zu deiner Information:
Bei mir nebenan ist das AKW Fessenheim, auf französischem Staatsgebiet, aber unmittelbar am Rhein (Grenze) gelegen.Klick

Diese AKW befindet sich in der Erdbebenzone 2.
Link

Wie du der Liste entnehmen kannst, fand das 2004 ein Erdbeben in Waldkirch mit der Stärke 5,2 statt, das ist 20Km von Freiburg und 50Km von Fessenheim.

Und das ist in etwa die Stärke für die das AKW Fessenheim ausgelegt ist, Baujahr 1977 und da galten noch andere, weit aus geringere Standarts!

Das schwerste Beben in dieser Region fand 1356 in Basel statt, 30 Km von Fessenheim entfernt und hatte eine Stärke von 6,2.

Es braucht also kein Beben der Stärke 8,soundso um einen Störfall auszulösen.

Des weiteren.
Gut das Erdbeben war der Auslöser, ursächlich war es aber der totale Stromausfall, und die beschränkten Hilfstrommöglichkeiten, die das Inferno auslösten.

Mit ein bisschen Fantasie fallen mir etliche Möglichkeiten zu solch einem Szenario auch ohne Erdbeben ein.

Im Übrigen: Die Klage zur Stilllegung von Fessenheim wg. unzureichendem Erdbebenschutz wurde erst vor wenigen Tagen abgelehnt.
Link

Gute Nacht
Peter
pinoccio
Hat sich gelöscht
#728 erstellt: 13. Mrz 2011, 00:48
Verstehe ich nicht, warum ist die Zahl der Opfer dabei wichtig? Dies wird eh nie zu klären sein. Bei Tschernobyl spricht man von 47 bis 100000 Opfer. Auf mich macht das einen Eindruck, als das abwarten der genauen Opferzahlen mit wirtschaltlichen Gesichtspunkten bewertet wird. Wann ists denn noch im Rahmen?

Weiß auch nicht, was man abwarten sollte. Dem Reaktor flog offensichtlich der "Hut" weg, es treten radioaktive Stoffe aus, die Bevölkerung wird evakuiert, man kühlt den Reaktor anscheinend verzweifelt mit Meerwasser...

Muss es noch deutlicher sein? Ab wann ists eigentlich deutlich genug?

Gruss
Stefan
andisharp
Hat sich gelöscht
#729 erstellt: 13. Mrz 2011, 00:58
Die anderen Reaktoren laufen auch nur noch auf Batteriestrom, bei Block 3 ist der gerade ausgefallen. Morgen wird auch dieser Block wahrscheinlich explodieren. Die Lage ist längst außer Kontrolle, wir sind mitten in einem Super-GAU. Die japanische Regierung wirft derweil Nebelkerzen. Das ist ein unglaublicher Skandal.
freibürger
Inventar
#730 erstellt: 13. Mrz 2011, 01:09

andisharp schrieb:
Die japanische Regierung wirft derweil Nebelkerzen. Das ist ein unglaublicher Skandal.


Jepp, alles erst mal downsizen, in Störfallkategorie 4 einordnen, aussitzen, und dann behaupten man habe es gehändelt, um anschließend weiter zumachen wie zuvor.
_ES_
Administrator
#731 erstellt: 13. Mrz 2011, 01:42

andisharp schrieb:
Die anderen Reaktoren laufen auch nur noch auf Batteriestrom, bei Block 3 ist der gerade ausgefallen. Morgen wird auch dieser Block wahrscheinlich explodieren. Die Lage ist längst außer Kontrolle, wir sind mitten in einem Super-GAU. Die japanische Regierung wirft derweil Nebelkerzen. Das ist ein unglaublicher Skandal.



Hört sich an, als wenn Du da gerade live dabei bist.
Ist dem so?
Wenn nicht, ist das auch nix anders als Nebel und Kerze..


[Beitrag von _ES_ am 13. Mrz 2011, 01:43 bearbeitet]
Schwergewicht
Inventar
#732 erstellt: 13. Mrz 2011, 08:39
Hallo,


Mackie-Messer schrieb:

Frank_13 schrieb:

sonicfurby schrieb:

Im Angesicht solcher Vorgänge sollte man einfach mal in Demut die Fresse halten, dies gilt für Gutmenschen, Ökopropheten ebenso wie für Atom- Apparatschiks.

Das ist deine Meinung, ok. Sollen wir das jetzt totschweigen, oder wie ?


Alle haben hier doch darauf gewartet das Soundy sich meldet und egal was er sagt, hätten alle auf ihn eingeprügelt. Dann hätten hier die ganzen "Antilobbyisten" doch ihren großen Auftritt gehabt. Einfach die Klappe halten und solch ein übles Ereignes nicht noch für diesen belanglosen Fred nutzen.


komisch, welche Gedanken die Atomis im Anbetracht der Geschehnisse haben, dass Vorschläg wie: "Klappe halten", "in Demut die Fresse halten", "den Toten gedenken", "erst mal schön abwarten" (fast) immer nur von den Usern gemacht wird, die auch hier vorher nicht laut genug schreien konnten, um die Atommafia/Atomlobby bis zum geht nicht mehr zu verteidigen. Wo war da übrigens die jetzt geforderte "sprachliche Demut" angesichts der Tatsache, was alles theoretisch (und jetzt leider real) bei einem Atomunfall passieren kann?

Vielleicht wären Postings dieser "sprachlichen Klientel" im Zusammenhang mit den vielen tausend Toten, die es leider sicherlich im Endeffekt werden, mal auch in einem Thread wie diesen angebracht, vielleicht mit einem so ein etwas selbstkritischer Satz wie z.B.: "Da habe ich doch eine falsche Sichtweise gehabt". Oder wie: "jetzt sehe ich, was ich teilweise für einen Mist geschrieben habe", oder: "da habe ich es doch wohl nicht richtig gemacht, wenn ich hier laufend verharmlosende Links von der Atommafia hier eingestellt bzw. zitiert habe".

Das wäre m.M.n. von Usern wie .... .... usw. und um mal einen im Klartext zu nennen wie Soundy73 angebracht Aber dazu gehört ja Selbsterkenntnis/Charakter.

Nein, macht man nicht, warum auch, da schweigt man lieber (obwohl man vorher innerhalb von Minuten auf Postings reagiert hat), oder man unterstellt gleich agressiv lieber sofort denen, die leider Recht hatten, schon wieder vermeintliche Triumph-Gefühle, macht also im gleichen Ton wie vorher weiter, haut schon wieder drauf (genau wie vor dem Unglück), heuchelt natürlich zumindest teilweise große Anteilnahme vor. Wo waren denn die "Anteilnahme" bzw. die diesbezüglichen Gedanken an eventuell viele Tote im Vorfeld des Unglücks? Nur !!!! die Atomkraftgegner haben sich im Vorfeld darüber Gedanken gemacht und immer wieder gebetsmühlenartig gepostet was bei so einem Unfall passieren kann/wird und dass es unzählig viele Tote geben wird. Und was ist auch hier passiert, als linke Spinner (und noch weitaus schlimmere Ausdrücke) sind sie hier bezeichnet worden, kann alles nicht passieren wurde gesagt und immer wieder neue "Statistiken" der "Atomkonzerne", wonach alles wunderbar und sicher ist, wurden auch hier entsprechend verlinkt.

Also, Reue und Selbstkritik ist für die Atomis angesagt und keine Vorwürfe in Richtung Atomkraftgegner, die hatten nämlich keider nur Recht mit ihren Befürchtungen und ihr hattet unrecht. Denkt mal darüber nach, bevor ihr im Angesicht dieses furchtbaren Unglücks wieder wie bei eurer Einschätzung im Vorfeld hier agressiv denen etwas unterstellt, die so ein schlimmes oder ähnlich schlimmes Unglück vorausgesehen haben und sich eben im Vorfeld (im Gegensatz zu den Befürwortern) schon Gedanken über die leider vielen Toten gemacht haben, die so ein Unglück leidere fordern wird und deshalb so vehement gegen Atomkraftwerke gewettert haben.

Zumindest dies sollte man doch als "denkender Mensch" akzeptieren und nicht sofort wieder Agressionen aufbauen und draufhauen, nur weil das eigene Ego es verdrängen bzw. nicht akzeptieren will/kann, dass man mit seiner Meinung/Einschätzung zu der Thematik Atomkraftwerke nicht Recht hatte,

Jeder Atomkraftgegener auf der Welt würde sich freuen, wenn er mit seinen Befürchtungen nicht !!!! Recht gehabt hätte, alleine schon wegen der vielen Toten, die wegen dieses Unglücks nicht hätten sterben müssen !!!! Und wer weiß, was da noch "Schreckliches" auf uns alle zukommt.



[Beitrag von Schwergewicht am 13. Mrz 2011, 09:34 bearbeitet]
sonicfurby
Stammgast
#733 erstellt: 13. Mrz 2011, 11:06
Der zweite Reaktor scheint auch außer Kontrolle zu sein.

>Jeder Atomkraftgegener auf der Welt würde sich freuen, wenn er mit seinen Befürchtungen nicht !!!! Recht gehabt hätte, alleine schon wegen der vielen Toten, die wegen dieses Unglücks nicht hätten sterben müssen !!!!

Das find ich schön zu hören denn so gehts mir auch.

>>welche Gedanken die Atomis im Anbetracht der Geschehnisse haben, dass Vorschläg wie: "Klappe halten", "in Demut die Fresse halten", "den Toten gedenken", "erst mal schön abwarten" (fast) immer nur von den Usern gemacht wird, die auch hier vorher nicht laut genug schreien konnten, um die Atommafia/Atomlobby bis zum geht nicht mehr zu verteidigen.

Oh dazu gehöre ich nicht. Allerdings ist es typisch deutsch im Fernsehsessel zu hocken und andere zu belehren. Das zu einem Zeitpunkt zu tuen da andere noch akut darum kämpfen das die Dinger nicht ganz hochgehen ist unangbebracht. Nur darum gings. Danach ist die Diskussion mehr als erwünscht- von meiner seite aus.

>Unabhängig von der merkwürdig anmutenden Tatsache, das man in einem erdbebengefährdetes Gebiet AKWs betreibt, finde ich die Sorgen diesbezüglich für begründet.

Ganz Japan ist eine einzige riesige erdbebengefährdete Zone. Dort gibt es keine deutlich "sichereren" Landstriche. Ich war schon da (Tokio, Kobe, Nagoya) und habe einen Bodenwackler erlebt. Der fühlte sich mehr an wie ein LKW der daheim auf der Strasse vorbeifährt.
Die haben auf ihrer Insel keine Rohstoffe, können z.B. Windkraft kaum nutzen (die würden jährlich umgepustet werden) und für eine richtig effiziente Nutzung der Photovoltaik haben sie (ähnlich wie wir) auch nicht genug Sonnenstunden. Darum haben die Japaner sich halt für die aus ihrer Sicht beste Energiequelle entschieden- das war die Atomkraft. Japaner sind recht technikgläubig und kämpfen auf ihrer "instabilen Insel" bereits ein Leben lang gegen die Naturgewalten. Vielleicht haben sie ihre technischen Fähigkeiten über- und die der Natur unterschätzt. Möglich. Aber wer sind wir, die wir auf der ruhigen Eurasischen Platten hocken das wir diese Entscheidung so Oberlehrerhaft bekritteln?

Das Beben ist mittlerweile auf Stärke 9 hochgestuft worden und ist damit eines der stärksten je gemessenen. Dem kann/ wird nix standhalten, egal was man macht. Selbstverständlich nehmen manche es jetzt zum Anlaß zu sagen "Hääääääh hab ich schon immer..." aber in meinen Augen disqualifiziert ihr Euch durch solche Kommentare nur noch mehr selbst und es bedarf keines weiteren Kommentars.

Unangenehme Wahrheit: Es gibt im Leben kein 100%ig Sicherheit. Nirgends. Lebt damit.
Frank_13
Stammgast
#734 erstellt: 13. Mrz 2011, 11:31

sonicfurby schrieb:

Unangenehme Wahrheit: Es gibt im Leben kein 100%ig Sicherheit.

Und genau deshalb bin Ich für die Abschaltung der AKW´s, weltweit.
Es wird einen heftigen Dämpfer für alle bedeuten, es wird sehr sehr schwer werden. Aber wir werden nicht in die Steinzeit zurückfallen. Nach meiner Meinung besser als auf einem unbewohnbarem Planeten zu leben, sollten noch schlimmere Sachen passieren an die wir nicht zu denken wagen.
kalia
Inventar
#735 erstellt: 13. Mrz 2011, 12:26
@ sonic furby

Wer soll denn das sein, der hier triumphiert ?

Ich seh hier nur Dich mit solchen Unterstellungen. Meinst Du wirklich, das ist jetzt der richtige Zeitpunkt um über angebliche Gutmenschen und Sofahocker zu lästern?

Viele von denen, die seit Jahren auf die Gefahren der Meiler, egal ob in Japan oder hier hinweisen, sind auch all die Jahre dafür auf die Strasse gegangen, haben die Konsequenzen in Kauf genommen - auch gestern waren 60.000 in der Menschenkette und die sind nicht von Triumph getrieben, sondern von Angst, Traurigkeit und Ohnmacht

Das ist jetzt der zweite GAU, den ich bewusst erlebe und die Bilder des ersten kommen wieder hoch
Auch bei Tschernobyl kamen die Infos nicht sofort - wenn hier gestern noch von vorschnellen Urteilen bezüglich Kernschmelze und Auswirkungen geschrieben wurde, so ist das einfach nur das, was zu Erwarten war
Die Naivität zu glauben, es würde nicht so schlimm, habe ich vor Jahren abgelegt
Als ich gestern die Berichte über den Betreiber gelesen habe, der in den letzten Jahren mit Vertuschung und gefälschten Zahlen auf sich aufmerksam gemacht hat - ist mir einfach nur schlecht geworden.
Der Reaktor hätte diesen März stillgelegt werden sollen

Ich kann nur hoffen, dass die Japaner den Austritt bis zum Windwechsel halbwegs in den Griff bekommen, ich befürchte aber, auch der 20km Radius wird nicht reichen

Wer morgen das Sofa verlassen will, es sind bundesweit Mahnwachen
http://www.ausgestrahlt.de/mitmachen/fukushima.html


[Beitrag von kalia am 13. Mrz 2011, 12:27 bearbeitet]
_ES_
Administrator
#736 erstellt: 13. Mrz 2011, 12:47

lia schrieb:

Wer morgen das Sofa verlassen will, es sind bundesweit Mahnwachen
http://www.ausgestrahlt.de/mitmachen/fukushima.html



Fukushima ist überall - Atomausstieg jetzt!


Sicherlich wünschenswert, aber leider wohl ein frommer Wunsch.
Denn mal eben auf knapp ein Drittel, in manchen Bundesländern eher 2/3, der bundesweiten Energieversorgung verzichten zu können, stelle ich mir etwas schwierig vor


[Beitrag von _ES_ am 13. Mrz 2011, 12:49 bearbeitet]
kalia
Inventar
#737 erstellt: 13. Mrz 2011, 12:57
Ja, alle von ein auf den anderen Tag abschalten mag unrealistisch sein, der damals von Rot-Grün beschlossene Atomaustieg sah das aber auch gar nicht vor.

PS
Zur angeblichen Versorgungslücke
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/1042466/


[Beitrag von kalia am 13. Mrz 2011, 13:03 bearbeitet]
-Vintage-Fan-
Inventar
#738 erstellt: 13. Mrz 2011, 13:48
Ich halte es kaum mehr aus...ständig diese erschreckende Berichte
Florian_1
Stammgast
#739 erstellt: 13. Mrz 2011, 14:14

lia schrieb:
Zur angeblichen Versorgungslücke
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/1042466/


Genau einen Tag nach der Wahl. Ihr gutes Timeng hat die Politik bei uns ja schon öfters gezeigt.
Mimi001
Hat sich gelöscht
#740 erstellt: 13. Mrz 2011, 14:51

sonicfurby schrieb:
Allerdings ist es typisch deutsch im Fernsehsessel zu hocken und andere zu belehren.


Zunächst ist mal typisch deutsch typisch deutsch zu sagen !
Hier belehrt auch niemand irgendwen.


Das zu einem Zeitpunkt zu tuen da andere noch akut darum kämpfen das die Dinger nicht ganz hochgehen ist unangbebracht. Nur darum gings. Danach ist die Diskussion mehr als erwünscht- von meiner seite aus.


Da wohl niemand ernsthaft fordert dass wir uns nach Japan zum Kühlen der Reaktoren aufmachen, was bitte bleibt uns hier anderes übrig, als grundsätzlich über unkalkulierbare Gefahren einiger Energieträger, die wir selbst nutzen, zu diskutieren ?

Es geht sicher niemanden um Rechthaberei, nur ist es doch leiderso, dass die Ereignisse die Befürchtungen und Argumente der Atomkraftgegner bestätigen.
Hier im Thread wurde mehrfach solch ein Szenario, wie es grade in Japan passiert, beispielhaft skizziert.
Den Vorwurf der Rechthaberei finde ich auch etwas unangebracht, da es nicht um abstrakte Dinge geht sondern um Kraftwerke, die überall in Deutschland stehen und ergo auch jeder von so einer Katastrophe betroffen sein könnte.

Ich würde mich gerne irren und hoffe dass die Menschen in Japan mit einem riesigen Schrecken davon kommen.
Nur: Das was grade passiert ist völlig außer Kontrolle und wenn die Lage sich doch zum Guten wenden sollte hat dies nichts mit Technik und dergleichen zu tun, sondern vermutlich ausnahmlos mit Glück.
Glück ist etwas was zu Hause in der Küche beim Spieleabend durchaus Spass machen kann.
In Bezug auf eine hochriskante Technik finde ich Glück als letzte Option irgendwie makaber und verantwortungslos.

pinoccio hat ja bereits gefragt:

pinoccio schrieb:

Muss es noch deutlicher sein? Ab wann ists eigentlich deutlich genug?


Das genau diejenigen in D die für das Atomgesetz stimmen resp. gestimmt haben, genau jetzt vorschreiben wollen was wann und wie angebracht sei zu sagen ist für mich fast unerträglich.
Meiner Meinung nach sind das die Leute die jetzt mal in Demut die Klappe halten sollten.


lia schrieb:
Als ich gestern die Berichte über den Betreiber gelesen habe, der in den letzten Jahren mit Vertuschung und gefälschten Zahlen auf sich aufmerksam gemacht hat - ist mir einfach nur schlecht geworden.


Wurden hier im Thread nicht auch schon ähnliche Verhaltensweisen der hiesigen Betreiber angeprangert ?
Ist natürlich eine rhetorische Frage ...
catman41
Hat sich gelöscht
#741 erstellt: 13. Mrz 2011, 15:20
Moin,

ja genau, wo ist der Link-Man Soundy!

Woran vllt. viele nicht denken!?
Die Techniker, Ingeneure u. Helfer, die dort jetzt "Retten, was zu retten is", sind quasi schon tot.
Abgesehen davon gibt es bereits Personen, die verstahlt wurden

Wie kann man eine Technologier betreiben, bei der im Ernstfall Menschenleben zuschaden kommt??

Atomkraft, Nein Danke!
Harry


[Beitrag von catman41 am 13. Mrz 2011, 15:48 bearbeitet]
c0r41f4n9
Stammgast
#742 erstellt: 13. Mrz 2011, 16:38

sonicfurby schrieb:
Unangenehme Wahrheit: Es gibt im Leben kein 100%ig Sicherheit. Nirgends. Lebt damit.


Da gebe ich Dir vollkommen recht, aber deshalb aus fahrlässigkeit, Ignoranz oder gnadenloser Überschätzung unserer technischen Fähigkeiten mehr oder weniger bewusst die Quote zu unseren Ungunsten zu verschieben halte ich für dämlich.
Wir nehmen (nahmen?) tatenlos in Kauf, eine Technologie weltweit zu etablieren, die wir nicht beherrschen können und über deren katastrophale Folgen für unsere Existenz wir uns selbstverständlich bewusst sein mussten(Hiroshima, Nagasaki, Tschernobyl, Sellafield, Three Mile Island...), nur weil einige nicht bereit sind zum Wohl der Allgemeinheit auf einen Teil des Profits zu verzichten. Die Atomlobby sieht selbstverständlich keine Notwendigkeit etwas zu ändern solange die lethargische Masse schön die Klappe hält, und wenn doch mal was schiefgeht, kein Problem, man hat ja genügend Geld beiseite um sich auch anderswo zu amüsieren.
Wir müssen endlich aufhören, uns als "Krone der Schöpfung" mit absolutem Herrschaftsanspruch über die Natur und das Universum zu sehen, denn wir sind nichts weiter als ein unbedeutendes evolutorisches Experiment, dessen Ausgang und Dauer wir nicht gerade im Begriff sind positiv zu beeinflussen.

Ich selbst nehme mich vom Vorwurf der Lethargie nicht aus(bis jetzt!), Tschernobyl war für mich nur eine Geschichte durch deren Ausgang mein Leben nicht bewusst beeinflusst wurde (BJ84), aber die aktuelle Situation führt mir deutlich vor Augen in was für einer selbstgewählten Gefahr wir leben.
Die Politik und die Energieversorger werden aus o.g. Gründen nur auf massiven Druck durch die Bevölkerung reagieren.
catman41
Hat sich gelöscht
#743 erstellt: 13. Mrz 2011, 17:33
Moin,

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,750629,00.html

Gehört Tokai auch der Verbrecherfirma Tepko?!

Diese Leute sollten neben den Brennstäben gefesselt werden!!!!

Atomlobby gleich Atommafia!!

Atomkraft, Nein Danke!
Harry
tsieg-ifih
Gesperrt
#744 erstellt: 13. Mrz 2011, 18:17

Frank_13 schrieb:

Wo sind denn jetzt bitte die ganzen Experten die doch immer alles unter Kontrolle haben.


Die mittlerweile durch breite Gesellschaftsschichten verseuchte voodoomäßige Technologiegläubigkeit verhindert nicht ein dogmafreies Denken und unterstützen eine kriminelle Mafia, was immer wieder einige User hier unfreiwillig bestätigen.

Wenn 8 deutsche Atomkraftwerke nicht mal ein Kleinstflugzeug Absturz aushalten, wäre der Gedanke nicht weit davon entfernt, dass so nebenbei aus Spass ein latent schläfriger Allah sam Ballah eine vollbesetzte A-380 auf das fast 40 Jahre alte Biblis AKW eine neue Zeitrechnung für Mitteleuropa herausfordert.

Wenn ein Windrad runterfällt ist egal, kommt neues drauf und gut, aber wenn ein Fehler in einem AKW gemacht wird oder für die Brennstäbekühlung fehlt die Stromversorgung, wer ist dann verantwortlich wenn dannach für tausennde von Jahren alles verseucht ist?

Wann merken endlich billige zurückgebliebene "Atomlobbytrittbrettfahrer" den Unterschied zwischen verzeihbare und unverzeihbare Fehler?


[Beitrag von tsieg-ifih am 13. Mrz 2011, 21:05 bearbeitet]
Soundy73
Inventar
#745 erstellt: 13. Mrz 2011, 19:37
Habe jetzt weder die Zeit, noch die Lust den ganzen gequirlten Dünnpfiff, der hier breitgetreten wird zu kommentieren. Sorry für die sehr deutlichen Worte, aber ich fühl´ mich jetzt besser.

Hier wird u.a. versucht, Siedewasser- und Druckwasserreaktoren mit den für die Kernwaffenherstellung optimierten RBMK-Tschernobyl-Reaktoren gleichzusetzen und Panik zu schürenblah

Wer wissen will , wie es entgegen aller Ausschlachtung der Umweltkatastrophe für politische Zwecke, dort bezüglich der Kernenergieanlagen wirklich aussieht, der kuckt hier rein:

http://www.grs.de/in...ma-onagawa-und-tokai

Wird watt länger:

Fukushima Daiichi
Nach Informationen der IAEA sind die Notstromaggregate als Folge des Tsunami ausgefallen. Es sind mobile Notstromaggregate auf die Anlage gebracht worden.



Derzeit findet die Koordination der notwendigen Arbeiten zur Absicherung der Kühlung des Brennelement Beckens statt. Im Block 1 liegt dies vermutlich frei gegen die Atmosphäre. Vermutlich sind infolge der Explosion Trümmerteile in das Brennelement-Becken gelangt.



Block 1
Der Druck im Containment in Block 1 kann laut Presseinformation bis zu 8,4 bar angestiegen sein (Auslegungsdruck 4 bar). Eine gefilterte Druckentlastung des Containments wurde vorbereitet und vermutlich ab 14:30 Ortszeit am 12.03.11 durchgeführt (lt. Information TEPCO von 15:00 Ortszeit am 12.03.11). Der Zeitpunkt der Druckentlastung stimmt in etwa mit dem Anstieg der Ortsdosisleistung überein.



Nach Pressemitteilungen wurde die Evakuierung um den Standort auf 20 km ausgedehnt. Fernsehbilder zeigen inzwischen eine Explosion am Block 1 am Reaktorgebäude. Dies wurde durch eine IAEA Incident und Emergency Center Meldung bestätigt.



TEPCO meldet 17:00 Ortszeit am 12.03.11, dass um 15:36 Uhr Ortszeit eine Explosion stattgefunden hat. Genaue Informationen, wie es zu der Explosion gekommen ist, sind nicht verfügbar. Die zuständige Japanische Behörde hat die IAEA darüber informiert, dass sich eine Wasserstoffexplosion um 15:36 Uhr innerhalb des Reaktorgebäudes, aber außerhalb des Containments ereignete. Die Außenwände des Reaktorgebäudes wurden teilweise zerstört, das Containment selbst ist aber nach Angaben des Betreibers noch intakt. Die Wasserstoffreaktion steht sehr wahrscheinlich mit Brennstabschäden in Zusammenhang. Der dabei zunächst in das Containment freigesetzte Wasserstoff, konnte in diesem nicht verbrennen, da das Containment mit Stickstoff inertisiert ist. Er wurde möglicherweise bei der Druckentlastung des Containments ab 14:30 Uhr in das Reaktorgebäude freigesetzt und ist dort später explosionsartig verbrannt. In wie weit das BE-Becken durch die Explosion im Reaktorgebäude betroffen ist, lässt sich den Informationen nicht entnehmen. Über den Zustand der Brennelemente im BE-Becken liegen keine Informationen vor.

Nach TEPCO-Meldung wurde als Gegenmaßnahme gegen einen möglichen Kern-schaden von TEPCO vorgeschlagen, boriertes Meerwasser in den Reaktordruckbehälter zu pumpen (ob, wie gestern angekündigt das Containment geflutet worden ist, bleibt unklar). Die Maßnahme wurde von der Behörde NISA bestätigt und um 20:20 Uhr (Ortszeit, 12.03.) wurde mit der Einspeisung begonnen.

Am 13.03. um 11.13 Uhr Ortszeit habe nach Angaben der Presseagentur Kyodo die Behörde ein Leck in Block 1 vermutet. Anlass dazu gäben Ortsdosisleistungsmessungen mit Werten über 1200 µSv/h. Nach Informationen von CNN habe der Regierungssprecher Edano (um 12.06 Uhr Ortszeit, 13.03.) gesagt, dass sich möglicherweise eine Kernschmelze ereignet haben könnte.


INES Einstufung
Das Ereignis in Block 1 wurde aufgrund der Freisetzung außerhalb der Anlage vorläufig nach INES 4 eingestuft. Grund für die Einstufung ist eine Freisetzung. Nach INES Handbuch bedeutet dies eine Freisetzung von einem Äquivalent von ca. 10 bis 100 Terabecquerel I-131.


Block 2
Der Füllstand im Reaktordruckbehälter von Block 2 liegt unter dem Normalfüllstand. Er fällt jedoch nicht. Eine Einspeisung erfolgt mit einem Notkühlsystem. Nach einer Pressemitteilung von TEPCO von 13:00 Uhr Ortszeit am 13.3.2011 (05:00 Uhr MEZ) werden Vorbereitungen zur Druckreduzierung des Containments getroffen.

Block 3
Für Block 3 wird von TEPCO sowie von verschiedenen Presseagenturen und Wikipedia unter Berufung auf TEPCO berichtet, dass gegen 5:30 Uhr Ortszeit am 13.03.2011 das Notkühlsystem versagt habe und damit keine Einspeisung in den Reaktor möglich sei. Gegen 8:30 Uhr soll nach der Presseagentur Kyodo mit Berufung auf staatliche Stellen die Druckentlastung in Block 3 begonnen haben. Nach einer Pressemitteilung von TEPCO soll die Druckentlastung um 9:20 Uhr (nach englischer Fassung 8:41 Uhr) Ortszeit erfolgreich beendet worden sein. Um 9:25 Uhr soll boriertes Wasser in den Reaktor eingespeist worden sein (mit „Abwasserpumpen“). Nach TEPCO-Angaben wurde das Containment-Sprühen wieder eingestellt. TEPCO habe nach Kyodo um 11.06 Uhr Ortszeit am 13.03.2011 gemeldet, dass MOX-Brennelemente mehr als 3 Meter aus dem Wasser ragen. Nach Angaben von AFP um 6:00 Uhr deutscher Zeit soll der japanische Regierungssprecher Edano gesagt haben, dass sich eine Kernschmelze in Block 3 möglicherweise ereignet habe.


Nach einer Pressemitteilung von TEPCO von 13:00 Uhr Ortszeit am 13.3.2011 (05:00 Uhr MEZ) fielen beide Hochdruckeinspeisesysteme aus. Ebenso fiel auch das Notkühlsystem aus. Um 08:41 Uhr Ortszeit am 13.03.2011 (00:41 Uhr MEZ) wurde danach mit der teilweisen Druckentlastung des Containments begonnen und um 09:20 Uhr Ortszeit am 13.03.2011 (01:20 Uhr MEZ) erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurde Aktivität freigesetzt. Danach wurde um 09:25 Uhr Ortszeit (01:25 Uhr MEZ) versucht mit einer Feuerlöschpumpe Meerwasser in den Reaktor einzuspeisen. (In einer vorherigen Pressemitteilung von TEPCO von 12:00 Uhr Ortszeit am 13.3.2011 (04:00 Uhr MEZ) wurde ohne weitere Zeitangaben nach dem Ausfall des Notkühlsystems ein Sicherheits- und Entlastungsventil von Hand geöffnet, um den Druck im Reaktordruckbehälter abzubauen.) Die Druckentlastung des Reaktors ist für die Einspeisung erforderlich.


Nach einer weiteren Meldung des Betreibers fiel im Rahmen der Widerherstellung der Einspeisung der Füllstand, sodass auch aufgrund der angestiegenen Ortsdosisleistung ein vergleichbare Situation wie im Block 1 nicht ausgeschlossen werden kann.


Fukushima Daini
Ein kleinerer Brand im Hilfsanlagengebäude Block 1 wurde innerhalb von 2 Stunden gelöscht (Quelle: European Clearinghouse). Nach Informationen des Betreibers Tepco, sind jetzt auch in der Anlage Fukushima Daini Probleme bei der Kühlung aufgetreten. In den Blöcken 1, 2 und 4 wurde die Kondensationskammertemperatur von 100°C überschritten. Zu Block 3 gibt es keine Angaben hierzu. Es wird berichtet, dass Block 3 einen kalten unterkritischen Zustand erreicht hat. Der Füllstand in den Reaktordruckbehältern in den vier Blöcken fällt nicht. Die Stromversorgung aus einem externen Netz in diesen Blöcken ist vorhanden. Entgegen ersten Angaben, wird in Block 1 berichtet, dass bei einem Steuerstab die Rückmeldung für das vollständige Einfahren dieses Stabes zeitweise nicht vorhanden war.


In einer Pressemitteilung wird genannt, dass eine (vermutlich) Nebenkühlwasserpumpe durch Meerwasser überflutet wurde und dadurch nicht mehr funktionsfähig war. Nähere Informationen liegen uns nicht vor. Es wurden Evakuierungsmaßnahmen im 10 km-Radius um die Anlage veranlasst. Eine Druckentlastung des Containments wird nach TEPCO Informationen für alle 4 Blöcke vorbereitet. Nach IAEA Angaben von 2:34 Uhr (deutscher Zeit) hat entgegen einer früheren IAEA Mitteilung bisher noch keine Druckentlastung in den Blöcken 1, 2 und 4 stattgefunden. Nach Information der ungarischen Behörde wurde bereits radioaktiv kontaminierter Dampf aus dem Containment freigesetzt.


Onagawa und Tokai
Die Standorte Onagawa und Tokai haben nach derzeitigen Informationen keine akuten sicherheitstechnischen Probleme. In der Anlage Onagawa wurde in der Turbinenhalle ein Brand detektiert und gelöscht. Nach unseren Informationen sind die Anlagen in einem stabilen Zustand, es ist keine Radioaktivität ausgetreten und es hat keine Evakuierung stattgefunden.


Nach Angaben der japanischen Homepage des Betreibers von Onagawa wird berichtet, dass alle 3 Anlagen im Zustand abgeschaltet und kalt (unter 100°C) sind. Die Anlage wird derzeit überprüft. An einer Messstelle des Standorts ist am 12.3. um 23:08 Uhr Ortszeit ein Wert von 21µSv/h gemessen worden. Aufgrund einer Grenzwertüber-schreitung wurde dies den Behörden gemeldet. Da an der Abluftüberwachung der Anlage allerdings nur leicht erhöhte Werte festgestellt wurden wird geschlossen, dass es sich nicht um eine Freisetzung von der Anlage Onagawa handelt. Der Messwert ist inzwischen auf 8,4 µSv/h zurückgegangen.


Radiologische Situation
Am 12.3. zwischen 04:00 und 04:40 Uhr Ortszeit wurde nach Berichten des Betreibers und der Aufsichtsbehörde NISA an zwei Messpunkten in der Nähe des Werkstores von Daiichi ein Anstieg der Ortsdosisleistung von Hintergrundwerten (ca. 70 nSv/h) zunächst auf das mehr als 10 fache (ca. 0.9 µSv/h um 04:40 Uhr) und bis auf etwa 5 µSv/h um ca. 06:30 Uhr Ortszeit festgestellt. Der Anstieg könnte evtl. für Druckentlastungs-Beginn des Containments zu diesem Zeitpunkt sprechen, allerdings gibt es hierfür keine Bestätigung.


Nach weiteren Informationen stiegen bis zur Explosion im Reaktorgebäude um 15:36 Uhr am 12.03.2011 Ortszeit (Japan) im Verlaufe der Druckentlastung des Containments die Messwerte der Ortsdosisleistungen (ODL) in der Umgebung der Anlage Fukushima Daiichi Unit 1 auf etwa 1000 µSv/h an. Innerhalb von ca. 3 h nach der Ex-plosion fielen die Messwerte der Ortsdosisleistungen (ODL) in der Umgebung der Anlage auf ~70 µSv/h ab. Am frühen Morgen des 13.03. (japanische Zeit – bis 12.03. 20:00 Uhr deutsche Zeit) lagen nach Angaben von TEPCO die maximalen ODL bei weniger als 6 µSv/h. Dies deckt sich mit den Angaben von NISA (Zitat nach IAEA), wonach die ODL derzeit sinken.


Nach Angaben von TEPCO stiegen die ODL bis um 8:00 Uhr Ortszeit am 13.03. wieder auf maximal 8,5 µSv/h an. Vermutlich im Zusammenhang mit der Druckentlastung von Block 3 stiegen die Messwerte am Haupteingang zwischen 9:00 Uhr und 9:30 Uhr Ortszeit bis auf ca. 280 µSv/h an. Um 10 Uhr Ortszeit sanken die Messwerte an dieser Messstelle wieder unter 10 µSv/h.

Nach Angaben der Behörde (nach Presseagentur Kyodo) um 11:13 Uhr (Ortszeit) am 13.03. wurden wieder über 1200 µSv/h in der Umgebung vom Block 1 gemessen. Gegen 14:00 (Ortszeit) wurde ein Anstieg der Messwerte von TEPCO auf Werte bis zu 900 µSv/h beobachtet. Danach fielen die Werte wieder unter 100 µSv/h.

NISA hat bestätigt, dass Cäsium-137 und Jod-131 in der Nähe der Anlage Fukushima Daiichi Block 1 festgestellt wurde. Die mit diesen Messwerten verbundenen Freisetzungen lassen sich ohne die Annahme von Brennstabschäden nicht erklären. Es ist anzunehmen, dass dabei radioaktive Stoffe in das Containment freigesetzt wurden und in diesem größtenteils zurückgehalten werden.


Sämtliche eventuell zu beklagenden Personenschäden werden mit Sicherheit um Längen geringer sein, als z.B. durch Freisetzung von Gasen aus der chemischen Industrie oder Verschmutzungen aus der Ölindustrie - nur will das keiner ausschlachten
Weiterhin sind dort mal eben so ~10.000 Menschen einfach weggespült worden (mein Kenntnisstand, ohne Gewähr!). Wer glaubt denn dass solch eine umfassende Naturkraftprobe alle anderen potentiellen Gefahrenträger verschont?

Ich klaue mal bei der ARD:
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Und dann er:

Wenn 8 deutsche Atomkraftwerke nicht mal ein Kleinstflugzeug Absturz aushalten, wäre der Gedanke nicht weit davon entfernt, dass so nebenbei aus Spass ein latent schläfriger Allah sam Ballah eine vollbesetzte A-380 auf das fast 40 Jahre alte Biblis AKW eine neue Zeitrechnung für Mitteleuropa herausfordert.
vogel zeigen Zum einen ist das Behauptete schlichtweg unwahr und des weiteren kannste ja mal versuchen, ein beliebiges Kernkraftwerk, allein am Flugsimulator, mal zu treffen, das wird ulkig . Für jeden Fehlschlag ein kleiner Elektroschock, wie bei Jimmi Bondi wäre da schick und hülfe vielleicht zurück auf den Boden der Tatsachen!

Mein Mitgefühl gilt den armen Menschen in Japan, die Anghörige verloren haben und diese Katastrophe irgendwie schultern müssen.


[Beitrag von Soundy73 am 13. Mrz 2011, 19:41 bearbeitet]
OliNrOne
Inventar
#746 erstellt: 13. Mrz 2011, 20:14
Jetzt mal theoretisch, wir schalten alle AKWs die nächsten 10-20 Jahre ab.

Was würde das denn bringen wenn ringsrum an unseren Grenzen die Schweizer/Franzosen weiter fröhlich ihre AKWs betreiben?
Dann hätte sich ja an der Risiokolage für die deutsche Bevölkerung nichts geändert oder sehe ich das falsch?

Dann müßte man so ein Thema doch komplett europäisch in Angriff nehmen, ansonsten bringt ein deutscher Alleingang im Bezug auf die Sicherheit Deutschlands doch nichts oder?
Schwergewicht
Inventar
#747 erstellt: 13. Mrz 2011, 20:24

Soundy73 schrieb:
Habe jetzt weder die Zeit, noch die Lust den ganzen gequirlten Dünnpfiff, der hier breitgetreten wird zu kommentieren. Sorry für die sehr deutlichen Worte, aber ich fühl´ mich jetzt besser.

Hier wird u.a. versucht, Siedewasser- und Druckwasserreaktoren mit den für die Kernwaffenherstellung optimierten RBMK-Tschernobyl-Reaktoren gleichzusetzen und Panik zu schürenblah

Wer wissen will , wie es entgegen aller Ausschlachtung der Umweltkatastrophe für politische Zwecke, dort bezüglich der Kernenergieanlagen wirklich aussieht, der kuckt hier rein.


Sämtliche eventuell zu beklagenden Personenschäden werden mit Sicherheit um Längen geringer sein, als z.B. durch Freisetzung von Gasen aus der chemischen Industrie oder Verschmutzungen aus der Ölindustrie - nur will das keiner ausschlachten


Zum einen ist das Behauptete schlichtweg unwahr und des weiteren kannste ja mal versuchen, ein beliebiges Kernkraftwerk, allein am Flugsimulator, mal zu treffen, das wird ulkig . Für jeden Fehlschlag ein kleiner Elektroschock, wie bei Jimmi Bondi wäre da schick und hülfe vielleicht zurück auf den Boden der Tatsachen!


Wer in Anbetracht dessen, was da gerade in Japan passiert, so etwas schreibt bzw. wessen "Geist/Hirn" es zulässt, dass seine Finger so etwas formulieren, der hat sie zumindest für mich nicht mehr alle, oder um es anders zu forulieren, der ist für mich krank.


Mein Mitgefühl gilt den armen Menschen in Japan, die Anghörige verloren haben und diese Katastrophe irgendwie schultern müssen.


Und solch einen Satz kann man sich dann besser ersparen, denn der klingt dann für mich nachdem zuvor geschriebenen ebenfalls nur noch wie Hohn bzw. blanker Zynismus.

Andere User können das Geschriebene positiver sehen/beurteilen, ich nicht.
Mimi001
Hat sich gelöscht
#748 erstellt: 13. Mrz 2011, 20:30

Soundy schrieb:
Wer wissen will , wie es entgegen aller Ausschlachtung der Umweltkatastrophe für politische Zwecke, dort bezüglich der Kernenergieanlagen wirklich aussieht, der kuckt hier rein


Gestern sagten alle Experten, sowohl in der ARD als auch im ZDF, übrigens auch jemand von der GRS, dass die Kontrolle verloren sei und zur Zeit Rettungsmaßnahmen laufen die klappen könnten, nicht müssen.
Die GRS hat ihre Informationen vom Betreiber und der Regierung welche widersprüchlich sind. Entweder haben die tatsächlich keine Ahnung wie es wirklich aussieht oder sie geben teilweise Falschinformationen weiter.
Im Grunde schreibt aber auch die GRS nichts anderes als die Presse in D, nur weniger.

Ich finde es gut dass Du hier schreibst, allerdings wäre es schön, wenn Du mit Inhalt kommen würdest statt wie hier

Habe jetzt weder die Zeit, noch die Lust den ganzen gequirlten Dünnpfiff, der hier breitgetreten wird zu kommentieren.

pauschal alle Teilnehmer zu beleidigen.


Ausschlachtung der Umweltkatastrophe für politische Zwecke


Auch auf die Gefahr dass Du es nicht verstehst oder zumindest verstehen willst:
Niemand schlachtet das Ereignis politisch aus sondern es bestätigen sich die Argumente der Gegner, denn genau vor solchen Ereignisse, wie z. B. einer Naturkatastrophe, wurde und wird immer gewarnt.
Das Ereignis ist also das Argument.


[Beitrag von Mimi001 am 13. Mrz 2011, 20:37 bearbeitet]
andisharp
Hat sich gelöscht
#749 erstellt: 13. Mrz 2011, 20:39

Wer in Anbetracht dessen, was da gerade in Japan passiert, so etwas schreibt bzw. wessen "Geist/Hirn" es zulässt, dass seine Finger so etwas formulieren, der hat sie zumindest für mich nicht mehr alle, oder um es anders zu forulieren, der ist für mich krank.


Mehr braucht man dazu tatsächlich nicht zu sagen. Glücklicherweise sind solche Typen recht selten und haben verständlicherweise keinerlei Einfluss auf Entscheidungen egal welcher Art.
c0r41f4n9
Stammgast
#750 erstellt: 13. Mrz 2011, 20:40
Mit dem Unterschied, dass die Naturkatastrophe unabwendbar war, das was jetzt geschieht jedoch nicht.

Was würde das denn bringen wenn ringsrum an unseren Grenzen die Schweizer/Franzosen weiter fröhlich ihre AKWs betreiben?
Dann hätte sich ja an der Risiokolage für die deutsche Bevölkerung nichts geändert oder sehe ich das falsch?

Das siehst Du falsch!
1. Wenn gezeigt wird, dass es auch ohne AKWs klappt würden andere Nationen nachziehen.
2. Wenn man die Anzahl potentieller Gefahrenquellen reduziert minimiert das selbstverständlich auch das Risiko.

Dass AKWs eine Gefahr darstellen ist unumstößlicher Fakt, das sieht ja sogar der völlig verblendete User Soundy73 ein:

...Wer glaubt denn dass solch eine umfassende Naturkraftprobe alle anderen potentiellen Gefahrenträger verschont?

Ich frage mich, welche potentiellen Gefahrenträger außer den AKWs er im Moment in Japan sieht, die das Leben der Bevölkerung auf die gleiche Art und Weise bedrohen?
Die Aussage mit den Flugzeugen ist nicht minder dämlich, schließlich wurde das WTC auch getroffen.
Ausserdem gibt es weitaus sicherere Methoden ein AKW zur Hölle zu schicken, wie man gerade sieht genügt es vollauf die Kühl- und Sicherheitssysteme lahmzulegen.
OliNrOne
Inventar
#751 erstellt: 13. Mrz 2011, 20:45
Gut, mit der Reduzierung der pot. Gefahrenquellen hast du recht.

Vielleicht schafft man es ja nach dieser Katastrophe, in Europa umzudenken die nächsten Jahre...
freibürger
Inventar
#752 erstellt: 13. Mrz 2011, 21:01

Soundy73 schrieb:
Wer wissen will , wie es entgegen aller Ausschlachtung der Umweltkatastrophe für politische Zwecke, dort bezüglich der Kernenergieanlagen wirklich aussieht, der kuckt hier rein:

http://www.grs.de/in...ma-onagawa-und-tokai


Die GRS hier in den Zeugenstand zu rufen, finde ich ein wenig, na ja, befremdlich. Ist das doch die Institution, welche als Beweis für die Sicherheit der deutschen AKWs von Regierung und Atomlobby immer herangezogen wird. Ist doch diese "unabhängige" Institution mit der Atomindustrie verbandelt und arbeitet dieser zu.
Wiegelt in ihren Erklärungen der letzten Tage immer ab, oder ist im Gleichschritt mit den offiziellen japanischen Verlautbarungen: "Nix genaues weiss man nicht, die nächsten Tage werden es zeigen" etc.

Arbeiten und forschen doch hier Wissenschaftler daran den Gau zu händeln. Link
Welcher Grössenwahn!
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